Visualtraining

Visualtraining ist ein Sehtraining, das auf der Wissenschaft der Funktional- bzw. Verhaltensoptometrie basiert. Es dient der Entwicklung visueller Fähigkeiten um die Informationsverarbeitung und den Sehkomfort zu erhöhen. Beim Visualtraining werden keine Augenmuskeln trainiert, sondern es wird die neurosensorische Ansteuerung dieser durch kontrollierte Lernverfahren verbessert. Augenoptische Korrektionen, wie z.b. die Verordnung von Prismen haben nicht die gleiche Wirkung auf visuelle Störungen, wie sie durch ein Visualtraining geschaffen werden können. Bei vielen Sehproblemen sind Brillengläser sogar weniger geeignet, da sie lediglich die Symptome lindern, nicht aber die Ursache beseitigen. Damit stellt das Visualtraining häufig auch das Mittel der 1. Wahl dar.
Man unterscheidet v.a. zwischen den nachfolgenden Zielgruppen und richtet das Training speziell dafür aus:

General Skills:
das Training der allgemeinen visuellen Fähigkeiten

  • für Personen mit asthenopischem Beschwerdebild wie z.b. häufig gereizte Augen, Schmerzen oder Druckgefühl im Bereich der Augenhöhlen, erhöhte Blendungsempfindlichkeit, tränende Augen, Tunnelblick, tanzende oder ineinanderrutschende Buchstaben beim Lesen, Flimmern vor den Augen, gelegentlich auftretende Unschärfe oder Doppelbilder
  • Fokusierungs und Konzentrationsprobleme
  • das General Skills-Training ist ideal für Jugendliche, Studierende und Erwachsene bis ca. 48 Jahren (bei älteren Personen reduziert sich die Wirksamkeit eines Visualtrainings infolge natürlicher Einschränkung bei der Akkommodation. Hier ist eher das Syntonic-Farblichttraining geeignet)
  • Personen die sehr viel am Bildschirm oder in der Nähe arbeiten und dabei über allgemeine Müdigkeit, Kopfschmerzen, Augenbrennen u.s.w. klagen und visuellen Stress (Nah-Stress) nicht abbauen können
  • bei verkürzter Aufmerksamkeits- und Konzentrationsspanne
  • Sportler, die Ihre Leistungen durch Optimierung ihrer visuellen Funktionen verbessern möchten
  • bei Post-Trauma

Low Achiever:
das Visualtraining für das lernverzögerte Kind

  • Schulkinder mit Konzentrations- und Lernproblemen als Folge von Sehproblemen
  • Kinder mit Lese- und Rechtschreibschwäche (LRS)
  • häufige Verwechslung von Rechts und Links
  • Grob- und feinmotorische Defizite
  • Probleme beim Rechnen
  • ADS / ADHS
  • Kinder mit Problemen beim Ballspielen bzw. Ball fangen
  • häufig fanden auch Komplikationen in der Schwangerschaft oder bei der Geburt statt
  • Das Low Achiever Training wird v.a. von Kinderoptometristen durchgeführt (siehe unter Funktionaloptometrie)
Myopie-Training:
Training zur Hemmung der Kurzsichtigkeit
  • Kinder und Jugendliche (ca. 6-18 Jahre) mit Kurzsichtigkeit, deren Sehstärken jährlich um -0,50 dpt oder mehr ansteigen
  • das Training dient auch dazu den Anstieg des Augenlängenwachstums zu hemmen, um Spätfolgen (wie z.b. Netzhautablösung) als Folge der Myopie zu minimieren
  • gefährdet sind v.a. Kinder, die sich mit ihren Augen überwiegend im Nahbereich aufhalten (viel Malen, Lesen, Handy spielen usw.) oder wenn mind. ein Elternteil ebenfalls kurzsichtig ist

Amblyopie-Training:

  • bei einseitiger Sehminderung, die häufig mit einer Reduktion oder dem Verlust des Stereosehens einhergeht
  • Achtung: eine Amblyopie ist häufig die Folge einer Pathologie (z.b. Augenerkrankung oder Strabismus), die nicht ohne ärztliche Abklärung bzw. Verordnung trainiert werden darf (siehe folgende Hinweise)

Wichtige Hinweise:

Beim Visualtraining trainieren wir ausschließlich visuelle Defizite.
Es werden keine okulären Pathologien (z.b. Strabismus, Nystagmus usw.) damit behandelt. Deshalb sollten vor einem Visualtraining die Augen augenärztlich untersucht worden sein! Falls Erkrankungen vorliegen und trotzdem aufgrund eines der o.g. Punkte ein visuelles Training durchgeführt werden, so bezieht sich dies in keinem Fall auf die vorliegende Erkrankung! Es darf kein Training durchgeführt werden, wenn Sie sich in augenärztlicher Therapie befinden. In jedem Fall müssen immer die Anordnungen des Arztes befolgt werden!

In unserer optometrischen Praxis bieten wir schwerpunktmäßig das General-Skills Visualtraining für Jugendliche und Erwachsene an. Für Kinder empfehlen wir extra dafür spezialisierte Kinderoptometristen. Wir informieren Sie gerne über Ihr geeignetes Visualtraining.

Vor einem Visualtraining ist immer eine visuelle Analyse mit folgendem Ablauf obligatorisch:

Ausführliche
Anamnese

Ausführliche Beschreibung der Sehprobleme und der Beschwerden

Messung der Sehstärken und Sehleistung

Messung der aktuellen Sehstärken und der Sehleistung (Visus)

van-Orden-Stern

Mit dem Van-Orden-Stern lässt sich die räumliche visuelle Projektion repräsentieren. Im Gegensatz zu anderen Verfahren zeigt er die funktionelle (nicht die strukturierte) Augenstellung an.

Cheiroskopie

Das Cheiroskop ist ein Instrument, mit dem das binokulare (beidäugige) Sehen getestet wird, v.a. der Transfer visueller Funktionen über das Gehirn von einem Auge zum anderen Auge.

Funktional-optometrische Messreihe (OEP)

Ausführliche optometrische Messreihe aller notwendigen Parameter nach dem 21 Punkte System (OEP 21)

Ausarbeitung des
Trainingsplans

Auswertung der Messerungen und Besprechung der Ergebnisse, Dauer des Trainings und Kosten. Erstellung eines Trainingsplans.

Wie lange dauert ein Visualtraining und was kostet es?

Die Erstsitzung mit der visuellen Analyse (oben beschriebener Ablauf) dauert ca. 2,5 Stunden und kostet 229,- EUR (bzw. 279,- in Verbindung mit dem Premium-Sehcheck). Danach sind i.d.R. etwa 10 Office-Trainingseinheiten a EUR 90,- notwendig (etwa alle 3 Wochen 1 Stunde).
Zusätzlich benötigen Sie noch Trainingsmaterial für die Heimübungen (ca. 200,- EUR).
Die Gesamtkosten belaufen sich somit auf ca. 1.300,- EUR.
Die notwendigen Verlaufskontrollen während des Trainings sind im Preis inbegriffen.
Das Training kann jederzeit (ohne Angabe von Gründen) abgebrochen werden. Es sind dann nur die bis zu diesem Zeitpunkt entstandenen Kosten zu entrichten!
Sollte eine Verlängerung notwendig sein, so reduziert sich der Preis ab der 12. Trainings-Sitzung auf jeweils EUR 70,-.
Zur schnelleren Verbesserung der visuellen Sehfunktionen kann vor dem Visualtraining auch ein Syntonic-Farblichttraining angebracht sein (siehe unter Syntonic-Optometrie).
Zur Sicherstellung des Trainingserfolges empfehlen wir auch nach dem Visualtraining nach 3, 6 und dann alle 12 Monate ein Kontroll-Screening durchführen zu lassen.

Das könnte Sie auch interresieren:

Syntonic-Optometrie
(Farblichttraining)

Anstelle eines klassischen Visualtrainings kommen bei der Syntonic-Optometrie ausgewählte Farblicht-Frequenzen zur Verbesserung von Fokusierungs- und Konzentrationsproblemen, Lernstörungen sowie bei Nachwirkungen von Stress und Trauma auf das Sehen zur Anwendung. Dies ermöglicht ein energetisches Gleichgewicht vegetativer Vorgänge zur Optimierung der visuellen (Seh-) Funktionen.

Funktional-Optometrie
(visuelle Analyse)

Visuelle Funktionsstörungen können trotz bester Augengesundheit und optimalen Sehstärken in der Brille weiterhin zu unspezifischen Sehproblemen wie z.b. Kopfschmerzen, müde und gereizte Augen, Blendungsempfindlichkeit, trockene Augen, oder auch zu Lern-, Lese- und Rechtschreibschwäche sowie zu Aufmerksamkeits-Defiziten führen. In der Funktionaloptometrie werden die visuellen Funktionen analysiert und es werden Möglichkeiten zur Optimierung vorgeschlagen.

Haltung & Sehen
(Posturologie)

Posturologie beudeutet Haltungslehre. Unsere Körperhaltung hat sehr viel mit den Augen zu tun, denn diese sind neben den Füßen einer der beiden Hauptrezeptoren. So kann aus einem visuellen Problem ein Haltungsproblem entstehen und umgekehrt. Haltungsprobleme führen i.d.R. zu Fehlbelastungen und Schmerzen.

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