Management trockenes Auge

Trockene Augen sind heute eines der häufigsten Volksleiden.
Von einem Sicca-Syndrom spricht man, wenn der Tränenfilm die Oberfläche der Hornhaut nicht mehr richtig benetzt und diese dabei sogar Schaden nehmen kann.

Ursächlich unterscheidet man v.a. zwischen zwei Faktoren:
Zum einen ein Qualitätsmangel des Tränenfilms (Ungleichgewicht in der Zusammensetzung z.B. von Lipid/Muzin), oder eine zu geringe Produktion an Tränenflüssigkeit (Hyopsekretion).
Oft ist auch eine Mischform aus beidem vorhanden, was dann die Diagnose und Behandlung zusätzlich erschwert.
Die Selbstmedikationen mit Augentropfen führt meist nicht zum gewünschten Erfolg, da diese nicht immer das passende Mittel zur Ursache sind.

Welche Symptome können beim trockenen Auge auftreten?
  • brennende, juckende, gerötete oder müde Augen
  • Sandkorngefühl
  • aber auch ständig tränende Augen (Reizsekretion) !!!
  • verschwommenes Sehen
  • schwankende Werte beim Sehtest
  • erhöhte Blendungsempfindlichkeit
  • Sekretbildung oder Verkrustungen an Lidrand u. Wimpern
  • Entzündung von Lidrand, Bindehaut, Hornhaut
  • Kontaktlinsen werden nicht mehr vertragen

Was verändert die Zusammensetzung (Qualität) des Tränenfilms?

Häufig liegt ein Lipidmangel in der äußeren Schicht des Tränenfilms vor. Lipid verhindert ein zu schnelles Verdunsten der Tränenflüssigkeit. Es wird von den sogenannten Meibomdrüsen, die sich im Ober- und Unterlid befinden gebildet.
Verstopfen z.B. die Ausführungsgänge dieser Drüsen (Obstruktion) so kommt es zu einer Dysfunktion bzw. Unterfunktion. Dabei stellen die Drüsen ihre Arbeit ein und beginnen sich langsam aufzulösen. Dieser Vorgang ist irreversibel!
Tränenersatzmittel lindern hier jedoch nur die Syptome, beseitigen aber nicht die Ursache und die Zerstörung der Meibomdrüsen geht weiter!
Mit einem Interferenztest können wir die Lipidschicht und mit der Meibographie den Zusatand der Meibomdrüsen beurteilen.

Sichtbare Meibomdrüsen bei der Meibographie

Bei der Meibographie werden mit Hilfe der Infrarotbeleuchtung einer Spezialkamera die Meibomdrüsen sichtbar gemacht und die Ausfallfläche berechnet.
Je nachdem wie hoch der Verlust an Meibomdrüsen bereits fortgeschritten ist, richten sich dann die geeigneten Maßnahmen.
In erster Linie sollte alles für den Erhalt der noch vorhandenen Drüsen getan werden.
Ein größerer Ausfall hätte die lebenslange Gabe von Lipidhaltigen Augentropfen oder Sprays zur Folge.

Weitere Ursachen, die zum Qualitätsmangel des Tränenfilms führen:
  • Rauchen, Alkohol
  • viel Bildschirmarbeit
  • Hormonelle Umstellungen (z.b. Menopause, Schwangerschaft, Pille)
  • hohes Lebensalter
  • Medikamente
  • Allgemeinerkrankungen (Diabetes, Rheuma, Schilddrüse …)
  • Augenoperationen (z.B. Lasik, grauer Star)
  • Blepharitis (Lidrandentzündung) verschiedener Ursachen (kann aber auch Folge eines trockenen Auges sein!)
  • Klimaanlagen oder Zugluft
  • Fehlstellung der Augenlider
  • inkompletter Lidschlag
  • Kontaktlinsen
  • Kontaktlinsen-Pflegemittel (Konservierungsstoffe)
  • Umweltfaktoren (Staub, trockene Luft …)
  • Allergien
  • Augenkosmetika
  • Augentropfen (z.b. zur Glaukombehandlung)
  • Ernährung (z.b. Vitamin A Mangel)
Und was verursacht die zu geringe Produktion an Tränenflüssigkeit (Hyposekretion)?

Ein weiterer Grund für trockene Augen kann neben der schlechten Zusammensetzung des Tränenfilms auch eine zu geringe Produktion an Tränenflüssigkeit durch die Tränendrüsen sein.
Diese können ebenfalls u.a. durch Medikamente, Veränderungen im Alter, Allgemeinerkrankungen (z.B. Rheuma), Stress oder auch durch hormonelle Umstellungen beeinflusst werden.
Mit unserer Video-Spaltlampe lässt sich die Höhe des Tränenmeniskus an der Unterlidkante messen und gibt Aufschluss darüber, ob die Tränendrüsen zu wenig an Tränenflüssigkeit produzieren.

Die Messung der Höhe des Tränenmeniskus mit dem Video-Spaltlampenmikroskop
Wie läuft ein Dry-Eye-Management bei uns ab?

Das Dry-Eye-Management fürhren wir im Rahmen unseres ganzheitlichen Sehtests, dem optometrischen Screening durch.
Nach einer ausfühlichen Anamnese prüfen wir zunächst, ob die Symptome des trockenen Auges eventuell nicht auch durch eine unkorrigierte Fehlsichtigkeit oder einer Störung im binokularen (beidäugigen) Sehen kommen könnten.
Danach setzen wir verschiedene optometrische Verfahren zur Beurteilung der Quantität (Menge) und Qualität (Zusammensetzung) des Tränenfilms ein. Hierzu zählen verschiedene Untersuchungen des vorderen Augenabschnitts mit dem Spaltlampenmikroskop, sowie die Meibographie, mit der man den Zustand der Meibomdrüsen messen kann. Nach der Auswertung beraten wir Sie über geeignete Maßnahmen bzw. Produke aus unseren vielfältigen Sortiment.


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