Myopie – Management

Was versteht man unter Myopie?

Die Myopie ist eine Fehlsichtigkeit der Augen, bei der man in der Ferne schlechter sieht, als in der Nähe. Man spricht deshalb auch von einer  Kurzsichtigkeit.

Die Ursache liegt sehr häufig in einer zu großen axialen Baulänge des Augapfels, wodurch der Brennpunkt bei der Fernsicht nicht mehr auf, sondern vor der Netzhaut liegt.

Zum Ausgleich werden dann Minus-Gläser benötigt, welche die Abbildung wieder weiter nach hinten auf die Netzhaut verlagern. Je länger das Auge ist, desto stärker müssen die Minusgläser sein!

Eine stetige Zunahme der Kurzsichtigkeit um mehr als -0.50 dpt pro Jahr, bezeichnet man als progressive Myopie.
Ab -5.00 Dioptrien spricht man von einer hochgradigen Myopie.

Was ist dafür verantwortlich, dass das Auge zu lang wird?

In den hochindustriealisierten Ländern wie z.B. in Asien beträgt laut einer Studie die Rate an kurzsichtigen Jugendlichen und jungen Erwachsenen mittlerweile bei über 80%. In Europa sind bereits über 40% betroffen, Tendenz stark steigend!

Verantwortlich wird dafür häuptsächlich ein Anpassungsprozess des Körpers an die zunehmende Digitalisierung (Handy, Tablet, PC) und der damit verbundenen übermäßigen Nahsicht ebenso wie eine
zu geringe Outdoor-Activity gemacht.
Auch Störungen im Zusammenwirken beider Augen (v.a. in der Vergenz/Akkommodations-Kopplung) können neben Genetik und pathologischen Ursachen für das übermäßige Längenwachstum der Augen verantwortlich sein.

Weshalb sollte eine Myopie an ihrer Progression unbedingt gehindert werden?

Je länger das Auge wird, desto höher wird auch das Risiko für irreversible schwerwiegende Erkrankungen der Netzhaut wie z.B. Risse oder Löcher, Netzhautablösung, Staphyloma (Ausbuchtung des hinteren Augenpols), Glaukom (grüner Star) oder der Myopischen Makula-Degeneration, die bis zur Erblindung führen kann.

Was für Möglichkeiten gibt es, die Myopie an ihrer Progression zu hemmen?

Welche Maßnahmen am besten geeignet sind richtet sich in erster Linie nach den Ursachen. Deshalb ist eine genaue Anamnese mit funktionaloptometrischer Messreihe sinnvoll. Daraus ergeben sich dann die folgenden Maßnahmen, die wir bei uns einsetzen konnen:

– Ausführliche Beratung
– Weiche Tages-Kontaktlinsen mit CE-Zertifizierung für Myopie-Management (z.B. Cooper Vision Mi-Sight)
– Orthokeratologie (ORTHO-K)
– Funktionaloptometrie / Visualtraining
– Kontrolle

MYOPIE-MANAGEMENT
Was tun, wenn es durch eine irreversible Schädigung bereits zu einem Sehverlust gekommen ist?

Wenn bereits alle ärztliche Therapieformen ausgeschöpft sind, kann die Anpassung vergrößerter Sehhilfen (siehe unter Low Vision) hilfreich sein.

Vergrößernde Sehhilfen (Low Vision)

Wichtiger Hinweis: Um pathologische Ursachen für eine Myopie auszuschließen ist vor einem Myopie-Management immer ein Augenarztbesuch angezeigt. Auch sollte die Netzhaut bei einer Myopie in regelmäßigen Abständen vom Arzt auf Risse, Löcher usw. kontrolliert werden!

passend zum Thema:
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