Optometrisches Screening

Der Sehtest für ganzheitliches Sehen!

Optometrie bedeutet aus dem Griechischen übersetzt „Auge vermessen“.
Gemeint ist hier aber nicht nur das Ausmessen von Sehstärken für neue Brillengläser oder Kontaktlinsen wie in der Augenoptik üblich, sondern weiterführende Messungen zu visuellen Funktionen und zur Augengesundheit.
Sie ist das Fachgebiet der Optometristen, welches die Lücke zwischen klassischer Augenoptik und dem Augenarzt schließt!
In der Optometrie unterscheidet man wiederum zwischen verschiedenen Spezialisierungen wie z.B. die Funktionaloptometrie mit Visualtraining, Kinderoptometrie, Sportoptometrie oder das optometrische Screening.
Beim optometrischen Screening befasst man sich hauptsächlich mit dem Herausfiltern von Auffälligkeiten am Auge mit Hilfe von speziellen Screening-Testen.
Screenen bedeutet „sieben, aussieben (hier also Siebtest).

Für wen ist optometrisches Screening sinnvoll?

Prinzipiell ist das optometrische Screening für jeden sinnvoll, der im Rahmen eines Sehtestes zum Optiker geht.

Die meisten Menschen gehen heute direkt zum Augenoptiker, wenn sie das Gefühl haben schlechter zu sehen!

Bei einem gewöhnlichen augenoptischen Sehtest werden meist die Augen wie zwei einzelne Kameras gesehen, bei denen es gilt die fehlerhafte Optik bzw. Abbildung best möglich durch Brillengläser zu korrigieren.
Lässt sich damit wieder eine bessere Sehleistung erzielen wird i.d.R. eine neue Brille angefertigt, ohne dabei auf die Hintergründe für die Veränderung einzugehen. Genau darin kann aber auch die Gefahr bestehen, dass man wertvolle Zeit bis zur nächsten augenärztlichen Vorsorge verliert!

Eine Veränderung der Sehstärken (Dioptrien) kann neben normalen physiologischen Veränderungen auch durch Medikamente, ein instabiler Tränenfilm, verschiedene Allgemeinerkrankungen oder durch pathologische Ursachen am Auge hervorgerufen werden!

Das optometrische Screening fördert also die Möglichkeit der Früherkennung und damit auch die schnellere Behandlung durch den Arzt!

 

Welche Messungen führen wir durch?

Welche Teste genau zum Einsatz kommen richtet sich in erster Linie nach der zuvor gestellten Anamnese und ein paar Grundmessungen, die wir bei jedem Screening durchführen (z.b. den Augeninnendruck).
Daher kann sich das Screening von Person zu Person unterscheiden, je nachdem wo genau der Schwerpunkt liegt. Der eine benötigt z.b. mehr Untersuchungen die den Tränenfilm betreffen, der andere mehr Funktionsteste für das Zusammenspiel beider Augen usw.
Falls Sie ihren Termin telefonisch vereinbaren, können Sie bereits einen vorläufigen Anamnesebogen hier herunterladen und ihn uns ausgefüllt mitbringen.


Nachfolgend wird eine Auswahl an Messungen näher beschrieben:

Aberrometrie:

Aberrationen sind Abbildungsfehler.
Beim Auge unterscheidet man hauptsächlich zwischen Abbildungsfehler niederer Ordung, welche mit einer Brille gut korrigierbar sind (z.b. Sphäre oder Zylinder) und Abbildungsfehler höherer Ordnung.
Abbildungsfehler höherer Ordnung sind dagegen nicht oder nur z.T. mit einer Brille zu beheben. Sie entstehen beispielsweise durch Medientrübungen (z.B. grauer Star), ein instabiler Tränenfilm, Keratokonus oder bei irregulärer Hornhaut.
Mit dem Wellenfront-Aberrometer werden die Abbildungsfehler des Auges gemessen und analysiert. Dies gibt Aufschluss über die zu erwartende Sehleistung und hilft bei der Auswahl weiterer Screening-Teste.

Wellenfront-Aberrometrie
Was versteht man eigentlich unter Wellenfront?

Licht breitet sich nicht geradelinig, sonder wellenförmig aus. Die Wellenfront ist ein Schnittbild quer zur Ausbreitungsrichtung des Lichts. Der Wellenfront-Aberrometer vergleicht die Wellenfront des Lichts, welches durch die Hornhaut und Augenlinse zu Netzhaut gelangt mit einer idealen Wellenfront und zeigt die Abweichung graphisch an.

Inspektion vorderer Augenabschnitt:

Inspektion des vorderen Augenabschnitts mit dem Spaltlampen-Mikroskop

Der vordere Augenabschnitt besteht aus den Augenlidern mit Wimpern und Lidhaut, Bindehaut, Hornhaut, Iris, Tränenfilm, Augenkammern und der Linse. Mit dem Spaltlampenmikroskop, dem wichtigsten Instrument des Optometristen, werden alle diese Bereiche systematisch angesehen. Mit Hilfe unserer modernen Video-Spaltlampentechnologie lassen sich Auffälligkeiten aufzeichnen und dokumentieren.

Test des Kontrastsehens:

Bei einem normalen Sehtest wird immer mit dem höchsten Kontrast geprüft, also mit schwarzen Sehzeichen auf weißem Grund. Doch wann hat man im realen Leben schon diese optimalen Kontrastverhältnisse? Fast nie!
V.a. bei Medientrübungen wie z.B. beim Katarakt (grauer Star) oder Hornhautnarben (z.B. nach LASIK-OP) aber auch mit Mulifokallinsen hat man bei weniger guten Kontrasten häufig mehr Probleme als bei optimalen Kontrasten. Deshalb testen wir bei entsprechendem Verdacht, welche Kontraste noch unterschieden werden können und wie sich das Kontrastsehen verbessern lässt.

Die Messung des Augeninnendrucks:

In den Augenkammern (Raum zw. Hornhaut und Linse) befindet sich das Kammerwasser. Sollte mehr davon gebildet werden als im Kammerwinkel abfließen kann, erhöht sich der Augeninnendruck und damit auch das Risiko an einem grünen Star (Glaukom) zu erkranken.
Das Glaukom ist eine irreversible Schädigung des Sehnervs die schlimmstenfalls bis zur Erblindung führen kann. Die regelmäßige Messung (Tonometrie) ist sehr wichtig, da ein erhöhter Augeninnendruck meistens nicht spürbar ist! 

Einfluss der Hornhautdicke auf das Messergebnis:

Eine abweichende Hornhautdicke erzeugt einen fehlerhaften Wert bei der Augeninnendruckmessung. Deshalb messen wir bei jeder Augeninnendruckmessung auch die Hornhautdicke (Pachymetrie) mit und rechnen die Abweichung in das Ergebnis mit ein, welches dadurch erheblich genauer wird!


Messung des Augeninnendrucks (Tonometrie) und der Hornhautdicke (Pachymetrie)

Abbildung des Kammerwinkels (zw. Hornhaut und Iris) mittels Scheimpflugbild
Kann man auch an einen Glaukom erkranken, wenn der Augeninnendruck nicht erhöht ist?

Ja, genau wie ein erhöhter Augeninnendruck nicht zwangsläufig zu einen Glaukom führen muss, kann ein Glaukom auch bei einem völlig normalen Augeninnendruck entstehen. In diesem Fall spricht man von einem Normaldruck-Glaukom. Ein Glaukom-Screening sollte daher nicht nur aus der Messung des Augeninnendrucks bestehen, sondern auch aus der Gesichtsfeldmessung und der Inspektion des Sehnervs am Eintritt ins Auge (Papille). Dabei lassen sich manchmal auch noch andere Auffälligkeiten am Augenhintergrund (Netzhaut) finden.

Funduskopie (Fotografie des hinteren Augenabschnitts)

Gesichtsfeldmessung:

Bei der Gesichtsfeldmessung (Perimetrie) wird stichpunktartig geprüft, ob überall auf der Netzhaut (beim Screening in 30°) Lichtempfindung vorhanden ist, bzw. wie hoch die Lichtunterschiedsempfindlichkeit (LUE) an dieser Stelle liegt. Einige Erkrankungen wie z.B. das Glaukom können Gesichtsfeldausfälle verursachen. Die Früherkennung ist deshalb wichtig, da Gesichtsfeldausfälle im Anfangsstadium selbst nicht wahrgenommen werden. Unsere Augen sind in der Lage, diese bis zu einem gewissen Grad auszugleichen.

30° Perimetrie (Gesichtsfeld-Screening)
Kann das optometrisches Screening die Vorsorge beim Augenarzt ersetzen?

Nein, optometrisches Screening ist nur eine ergänzende Vorsorge, da es überwiegend aus technischen Messverfahren, vergleichbar in etwa mit dem Blutdruck- oder Blutzuckermessen in der Apotheke besteht. Da unauffällige Messwerte einen krankhaften Befund nie ganz ausschließen können, kann es auch die regelmäßige ärztliche Vorsorge nicht ersetzten!
Beim Screening wird lediglich ein Verdacht geäußert, also weder eine Diagnose noch eine Ausschluss-Diagnose gestellt.
Auch zur Bestätigung einer ärztlich diagnostizierten Erkrankung bzw. als Zweitmeinung ist es nicht geeignet!

Ist optometrisches Screening überflüssig wenn ich regelmäßig zum Augenarzt gehe?

Nicht ganz, denn manchmal kommt es auch vor, dass Kunden trotz neuer Brille und bester Augengesundheit weiterhin unter Sehproblemen leiden. Dazu zählen v.a. Symptome wie:

  • häufige Kopfschmerzen v.a. im Stirn oder Schläfenbereich
  • Druckgefühl an oder hinter den Augen
  • trockene Augen, Sandkorngefühl
  • erhöhte Blendungsempfindlichkeit
  • Müdigkeit
  • Lese- und Rechtschreibprobleme
  • Zeilenspringen im Text
  • tanzende oder ineinanderrutschende Buchstaben
  • Doppelbilder in der Ferne und/oder in der Nähe
  • Konzentrationsprobleme

Mit Hilfe einer funktionaloptometrischen Messreihe im Rahmen des optometrischen Screenings kann man diesen Sehproblemen näher auf den Grund gehen und sie mit verschiedenen Möglichkeiten wie z.B. Wellness- oder prismatische Brillengläser, aber auch mit einem Visual-Training versuchen zu lindern.
Letzteres werden wir Ihnen ebenfalls in Kürze anbieten können.

Prüfung der Augenbewegungen (Okulomotorik)
Wie lange dauert ein Screening und was kostet es?

Für ein allgemeines optometrisches Screening benötigen wir ca. 1 1/2 Stunden. Die Kosten veranschlagen wir mit 98,- Euro (incl. einer Brillenglasbestimmung).
Beim Kauf einer neuen Brille innerhalb von 3 Monaten werden ihnen 29,- Euro verrechnet.

Weiterführende Informationen zum Thema Optometrie:

Wenn Sie mehr über das Thema Optometrie erfahren möchten, empfehlen wir Ihnen die Informations-Webseite des ZVA (Zentralverband der Augenoptiker und Optometristen) unter:

www.optometrist.de

passend zum Thema:
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