Optometrie

Optometrie bedeutet aus dem Griechischen übersetzt „Auge vermessen“. Dies beinhaltet neben dem üblichen Ausmessen der Sehstärken eines Augenoptikers viele weitere Messungen des ganzheitlichen visuellen Systems und für die Augengesundheit!
Optometrie ist ein eigenständiger Beruf welcher sich in der Lücke zwischen klassischer Augenoptik und der Augenheilkunde befindet und von Gesundheitsfachleuten der Augen, den Optometristen durchgeführt wird. Dies sind i.d.R. Augenoptikermeister mit entsprechender Fortbildung und Qualifikation, sowie einer wesentlich höheren gerätetechnischen Ausstattung. Sie bieten eine vollständige Untersuchung der Augen zur Früherkennung von Erkrankungen und Auffälligkeiten am visuellen Systems an.

Weshalb zum Optometristen?

Viele Menschen vernachlässigen Ihre Augenvorsorge. Dies liegt zum einen daran, dass die meisten Augenerkrankungen aufgrund ihres schleichenden Beginns und ihrer Schmerzlosigkeit selbst oft nicht bemerkt werden und damit eine Behandlung auch viel zu spät begonnen wird, zum anderen bekommt man bei Fachärzten aber auch immer schwieriger einen Termin!
Neben der stets sinkenden Zahl an niedergelassenen Augenärzten liegt es v.a. daran, dass bei Sehproblemen jeglicher Art zuerst der überlastete Arzt konsultiert wird, obwohl oftmals gar keine pathologische Ursache vorliegt. All dies trägt natürlich nicht dazu bei, die Erfolgsaussichten einer notwendigen Therapie für Patienten mit wirklichen behandlungsbedürftigen Erkrankungen zu fördern.
Während im angloamerikanischem Raum die Optometrie schon weit verbreitet ist, findet sie auch hierzulande (v.a. in Verbindung mit der Telemedizin und künstlicher Intelligenz) immer größere Beliebtheit. Durch ein verbessertes Netzwerk zwischen Augenärzten, Optometristen und Augenoptikern wird es auch in Zukunft möglich sein, trotz Fachärztemangels in der Augenheilkunde den Patienten eine optimale Versorgung zu ermöglichen.

Aber Optometrie ist noch mehr:

Während man sich in der klassischen Augenoptik hauptsächlich nach der bestmöglichen Sehschärfe und den refraktiven (lichtbrechenden) Sehfehlern orientiert (Auge wird als Kameramodell gesehen), untersucht man in der Optometrie das Sehen ausführlich als ganzheitliche Funktion. Zu einem optimalen und entspannten Sehen gehören über 17 visuelle Funktionen, von denen die Sehschärfe durch ein Brillenglas nur eine davon ist.
Die visuellen Funktionen (Akkommodation, Vergenzen, Augenbewegungen usw.) werden v.a. in der Funktional-Optometrie kontrolliert und analysiert, um das Sehen noch besser optimieren zu können als mit den üblichen Sehhilfen (Brillen, Kontaktlinsen) eines Augenoptikers.
Darüber hinaus gibt es aber noch viele weitere Faktoren, die unser Sehen beeinflussen und auch die Sehstärken verändern können:

Welche Faktoren können unsere Sehstärken beeinflussen?

  • Systemische Erkrankungen wie Diabetes, Bluthochdruck, Schilddrüsenerkrankungen, MS, Rheuma, Autoimmunerkrankungen, Erkrankungen des Immunsystems, Darmerkrankungen
  • Nebenwirkungen von Medikamenten
  • Augentropfen, Salben, Gels
  • trockenes Auge (instabiler Tränenfilm, wenig Tränenflüssigkeit)
  • Veränderungen oder Verformung der Hornhaut (Keratokonus, irreguläre Geometrie, Narben, Dystrophieen, Entzündungen, Kontaktlinsen, Elektrolyt-/Wasserhaushalt …)
  • Veränderungen an der Augenlinse (grauer Star, Luxation …)
  • Glaskörpertrübungen
  • Verschiebung der Photorezeptoren auf der Netzhaut durch Veränderungen am Augenhintergrund (z.b. Makulaödem, orbitale Raumforderungen …)
  • Augenerkrankungen (z.b. AMD …)
  • geringes Makulapigment
  • Pupillenstörungen
  • verdecktes oder manifestes Schielen
  • Einschränkung der Motilität (Augenbeweglichkeit)
  • Akkommodations- und Vergenzstörungen
  • übermäßiges Sehen in der Nähe (Bildschirmarbeit, I-Phone, Tablet, Homeoffice)
  • Umwelteinflüsse, Klima, trockene Luft, LED-Licht
  • Hormonelle Faktoren, Schwangerschaft, Stillzeit
  • Drogen (Rauchen, Alkoholmissbrauch …)
  • psychische Faktoren oder Ungleichgewicht im vegetativen Nervensysten (Sympathikus/Parasympathikus) durch Stress, Burnout, Depression usw.
  • Schlafstörungen, Schlafmangel, Schichtarbeit
  • Postoperative Folgen einer Augen-OP (z.b. Nachstar, Verkippung der Intraokularlinse, Vitrektomie, Lasik … )
  • hohes Lebensalter

Wie kann man visuelle Sehprobleme optimieren?

  • durch eine umfassende Beratung
  • mit Hilfe spezieller Brillengläser (Prismengläser oder Gläser mit einer Akkommodationsunterstützung)
  • Nahrungsergänzungsmittel
  • entsprechender Augenschutz
  • Myopie-Prophylaxe (Hemmung der Kurzsichtigkeit im Kindesalter)
  • Hilfe bei trockenen Augen (Dry-Eye Management)
  • Sehtraining / Visualtraining (bei uns voraussichtlich ab Ende 22/Anfang 23)
  • durch Farblichtanwendung mit speziellen Frequenzen, welche nicht invasiv über die Netzhaut aufgenommen werden (Syntonic-Optometrie, bei uns voraussichtlich ab Ende 22/Anfang 23)

Wie ist die Abgrenzung zur Augenheilkunde?

Auch beim optometrischen Screening werden die Augen wie in der Augenheilkunde mit Hilfe verschiedener diagnostischer Verfahren auf optische, pathologische oder altersbedingte Ursachen einer Sehverschlechterung hin untersucht.
Die wesentliche Abgrenzung besteht aber darin, dass in der Optometrie nur ein Verdacht geäußert wird (also weder Diagnosen noch Ausschlussdiagnosen) und es werden v.a. auch keine Pathologien (Krankheiten) behandelt bzw. therapiert!
Als Gesundheitsdienstleister rund um die Augen verweisen Optometristen bei Auffälligkeiten an den Spezialisten wie z.b. an den Hausarzt, Neurologen oder Augenarzt, welcher dann eine entsprechende Therapie einleiten kann.
Damit kann sowohl die Früherkennung einer Krankheit wie auch der Beginn einer notwendigen Behandlung schneller erreicht werden, als bei einem rein augenoptischen Sehtest.

Früherkennung mit dem OCT der Papille (Austrittsstelle des Sehnervs aus dem Auge)

Gibt es verschiedene Spezialisierungen innerhalb der Optometrie?

Ja, Optometrie ist nicht gleich Optometrie. Ähnlich wie in der Medizin (Allgemeinmedizin, Zahnarzt, HNO …) gibt es auch in der Optometrie verschiedene Spezialisierungsrichtungen. Es gibt zum einen den allgemeinen Optometristen (HWK, FH …), der Aufgrund seiner medizinlastigen Ausbildung v.a. optometrisches Screening betreibt und dann gibt es noch die Funktional-, Kinder-, Sport- und Ergo-Optometristen.
Auch wenn es gewisse Überschneidungen in manchen Bereichen gibt, so ist ein Optometrist nicht zwangsläufig auch ein Funktional-Optometrist oder umgekehrt.
Nachfolgend finden Sie einige Spezialisierungsrichtungen genauer beschrieben. Wir konzentrieren uns derzeit noch auf das allgemeine optometrische Screening mit dem Myopie- und Dry-Eye Management. Die Funktionaloptometrie mit dem Visualtraining sowie die Syntonic-Optometrie planen wir aber nach entsprechender Fortbildung und technischer Ausstattung in naher Zukuft ebenfalls bei uns anbieten zu können.

  • Das optometrische Screening:
    Screenen bedeutet „sieben bzw. aussieben“ hier also „Siebtest“. Es dient v.a. dem Herausfiltern von pathologischen Auffälligkeiten an bisher gesunden Augen im Rahmen eines erweiterten Sehtests für neue Brillengläser oder Kontaktlinsen zur schnelleren Erkennung und Behandlung durch den Augenarzt. Das optometrische Screening wird hauptsächlich von den Optometristen (HWK, FH …) durchgefüht. Sie haben eine entsprechend medizinisch orientierte Ausbildung.
  • Funktionaloptometrie & Visualtraining:
    Hier geht es darum, gestörte Sehfunktionen wie Motorik, Akkommodation, Vergenz und Wahrnehmung aufzudecken und diese hauptsächlich durch ein gezieltes Sehtraining (Visualtraining) zu optimieren. Die Funktionaloptometrie und das Visualtraining wird i.d.R. von spezialisierten Funktionaloptometristen durchgeführt, deren Ausbildung sich hauptsächlich dem beidäugigen (binokularen) Sehen widmet. Sie screenen i.d.R. jedoch weniger nach Augenerkrankungen als die Allgemein-Optometristen. Bis wir Ihnen diese Spezialisierung bei uns anbieten können verweisen wir auf die Expertensuche der WVAO
  • Sport-Optometrie:
    Die Sport-Optometrie entspricht in etwa der Funktionaloptomerie und dem Visualtraining, ergänzt durch weitere Sport relevante Messungen wie z.b. dem Kontrastsehen, der dynamischen Sehschärfe oder dem Gesichtsfeld usw.
  • Syntonic-Optometrie:
    Syntonic-Optometrie ist Lichtanwendung mit ausgewählten Farb-Frequenzen zur Verbesserung von Fokusierungs- und Konzentrationsproblemen, Lernstörungen und Nachwirkungen von Stress und Trauma auf das Sehen. Sie wird nicht invasiv über die Netzhaut und den Sehnerv aufgenommen und wirkt auf die beteiligten Bereiche wie z.b. den Hypothalamus. Dies ermöglicht ein energetisches Gleichgewicht vegetativer Vorgänge zur Optimierung der visuellen (Seh-) Funktionen.
  • Kinder-Optometrie:
    Messungen bei Kleinkindern mit speziellen Kindersehtesten zur Kontrolle der Sehentwicklung entsprechend dem Alter des Kindes. Wir messen Kinderaugen ca. ab dem Schulalter (6. Lebensjahr) v.a. im Myopie-Management. Für jüngere Kinder finden Sie spezialisierte Kinderoptometristen auf den Seiten der WVAO.
  • Ergoptometrie:
    In der Ergoptometrie geht es um Sehen am Bildschirm mit all seinen Problematiken wie trockene Augen, Beschwerden am Bildschirm-Arbeitsplatz, Einflüsse des blauen Lichts, Zunahme der Kurzsichtigkeit usw. (Informationen dazu finden Sie auch unter www.ergoptometrie.de)

Unsere optometrischen Screenings auf einen Blick:

Premium
Sehanalyse

Unsere große Sehanalyse ist ein allgemeines optometrisches Screening für das ganzheitliche Sehen! Hier kommen aus jedem der anderen Sehchecks Messungen zum Einsatz: Augenfunktionsteste, Tränenfilm, vorderer- und hinterer Augenabschnitt, Gesichtsfeld sowie weitere Messungen je nach Anamnese.
(EUR 149,-)

Sehcheck
Makula

Programm zur Risikoanalyse und Vorbeugung der altersbedingten Makuladegeneration. Im Rahmen der Untersuchung wird die Netzhaut auf typische Veränderungen untersucht, sowie das vor blauem Licht schützende Makulapigment gemessen.
(EUR 99,-)

Sehcheck
Dry Eye

Trockene Augen sind heute schon fast ein Volksleiden. In unserem Dry-Eye Management befassen wir uns hauptsächlich mit den Ursachen, einer Tränenfilmanalyse und der Möglichkeiten zur Linderung wie z.b. mit unserer LLLT-Lichtanwendung.
(EUR 79,-)

Sehcheck
Visual

Viele Menschen leiden trotz einer neuen Brille weiterhin unter Sehproblemen wie müde oder gereitzte Augen, Kopfschmerzen, gelegentliche Doppelbilder oder Lern- und Leseschwäche. Dies könnte auf gestörte visuelle Sehfunktionen hindeuten. Der Sehcheck Visual ist auch ein Screening für die Funktional-Optometrie.
(EUR 99,-)

Sehcheck
Myopie

Eine höhere Myopie (auch Kurzsichtigkeit genannt) kann das Risiko für Netzhautablösung und Makuladegeneration aufgrund des längeren Augapfels deutlich erhöhen. Die Messung der Augenlänge steht deshalb im Fokus unseres Sehchecks Myopie
(EUR 99,-)

Sehcheck
Meso

Programm zur Analyse und Verbesserung des mesopischen Sehens (Sehen bei Dämmerung). Viele Menschen haben beim Autofahren in Dunkelheit Probleme mit verschwommenem Sehen oder erhöhter Blendungsempfindlichkeit, obwohl sie tagsüber gut Sehen.
(EUR 99,-)

Sehcheck
Sport

Gutes Sehen ist beim Sport besonders wichtig. Etwa 95% der Bewegungs- und Feinmotorik laufen über das Auge. Eine gute Sehschärfe reicht dabei alleine oft nicht aus. In der Sportoptometrie befassen wir uns daher mit vielen weiteren sportspezifischen Messungen.
(EUR 119,-)

Sehcheck
Digital

Digitales Sehen stellt eine sehr hohe Anforderung für unsere Augen dar. Damit sind auch immer mehr Sehprobleme verbunden wie z.b. trockene Augen oder Anstrengungsbeschwerden. Diesen wird beim Digital-Screening genauer auf den Grund gegangen.
(EUR 99,-)

Netzhaut
Risikoanalyse

Nirgendwo sind Blutgefäße so einsehbar wie am Augenhintergrund. Daher eignet sich dieser auch gut zur Abschätzung des Risikos bestimmter Allgemein-und Augenerkrankungen. Die Begutachtung und Analyse erfolgt durch einen telemedizinischen Dienst.
(EUR 99,-)

Sehcheck
Katarakt

Als Katarakt (grauer Star) bezeichnet man eine Trübung der Augenlinse. Neben der Herabsetzung der Sehschärfe sind es v.a. Sehprobleme wie vermindertes Kontrast- oder Dämmerungssehen, sowie eine erhöhte Blendungsempfindlichkeit, die das Sehen beeinträchtigen können.
(EUR 79,-)

Sehcheck
Glaukom

Als Glaukom bezeichnet man jegliche Form eines Verlustes an Sehnervenfasern aufgrund verschiedener Ursachen wie z.b. einem erhöhtem Augeninnendruck oder einer Durchblutungsstörung am Sehnerv. Der Sehcheck Glaukom entsricht unserer em.Risikoanalyse ergänzt durch weitere Messungen wie Gesichtsfeld oder OCT.
(EUR 119,-)

Was kostet Optometrie und übernimmt das die Krankenkasse ?

Im Gegensatz zu den augenoptischen Sehtesten werden optometrische Dienstleistungen nicht in den Preis einer Brille mit einkalkuliert. Der Stundensatz eines Optometristen liegt in Deutschland je nach Region und gerätetechnischer Ausstattung zwischen 90,- und 120,- EUR. Wir bieten Ihnen kostengünstige Komplettpreise für verschiedene Sehchecks sowie eine Premium Sehanalyse für 149,- EUR an.
Optometrie wird in Deutschland leider nicht von den gesetzlichen Krankenkassen übernommen. Bei den Privat-Krankenkassen müssten Sie sich im Einzelfall vorab erkundigen.
Sind Sie bereits bei uns Optometrie-Kunde, so erhalten Sie als Wiederholer eine Vergünstigung, oder wenn Sie sich für den Kauf einer Brille innerhalb von 6 Monaten entscheiden (siehe Übersicht):

Wichtige Hinweise zu optometrischen Untersuchungen:

Da die Messergebnisse von vielen verschiedenen Faktoren abhängen (Allgemein- und Augenerkrankungen, Medikamente usw.), erstellen wir vor jedem Screening eine Anamnese.
Damit Ihnen mehr Zeit für die eigentlichen Messungen bleibt, können Sie sich ein entsprechendes Formular hier herunterladen und an Ihrem Termin (oder auch schon vorab) bereits ausgefüllt mitbringen:

Unter Kontakt & Öffnungszeiten können Sie Online eine Terminanfrage stellen. Dort finden Sie auch noch weitere Informationen!

Achtung: Optometrie ist kein Ersatz für ärztliche Vorsorgeuntersuchungen!

Alle unsere Sehteste, optometrischen Messungen oder die Telemedizin sind kein Ersatz für die wichtigen Vorsorgeuntersuchungen bei einem niedergelassenen Arzt! Auch stellen unauffällige Messwerte keine Gewähr dar, um einen krankhaften Befund völlig ausschließen zu können.
Da viele Messungen nur eine Momentaufnahme sind, verweigern Sie bitte niemals eine ärztliche Untersuchung mit dem Argument, dass dies schon bei uns gemacht wurde.
Mit Hilfe des Screenings wird lediglich abgeschätzt, ob nicht vor der Anfertigung einer neuen Sehhilfe ein rascher Besuch beim Arzt anzuraten ist. Es werden keine Diagnosen oder Ausschlussdiagnosen gestellt, sondern lediglich ein Verdacht geäußert. Auch ist Screening nicht dazu geeignet, eine ärztlich diagnostizierte Erkrankung als Zweitmeinung zu bestätigen oder gar zu wiederlegen!

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