Optometrie

Die Optometrie (griechisch: Auge vermessen) ist ein Beruf, der sich in die Lücke zwischen der klassischen Augenoptik und der Augenheilkunde einordnet und von speziell geschulten Optometristen durchgeführt wird. Dabei handelt es sich i.d.R. um Augenoptikermeister mit entsprechender Fortbildung und einer wesentlich höheren gerätetechnischen Ausstattung.

Weshalb Optometrie?

Häufig erleben es Augenoptiker, dass Kunden mit einer neuen (optimal gefertigten) Brille kein optimales oder entspanntes Sehen erreichen, oder dass sie einfach nicht mit ihr zurecht kommen. Wir haben hier einmal die wichtigsten Faktoren zusammengestellt, die alle Einfluss auf unser Sehen und auf die Sehstärken haben können. Daraus ist schon ersichtlich, dass ein einfacher augenoptischer Sehtest nicht immer ausreicht:

  • Systemische Erkrankungen wie Diabetes, Bluthochdruck, Schilddrüsenerkrankungen, MS, Rheuma, Autoimmunerkrankungen, Erkrankungen des Immunsystems, Darmerkrankungen
  • Nebenwirkungen von Medikamenten
  • Augentropfen, Salben, Gels
  • trockenes Auge (instabiler Tränenfilm, wenig Tränenflüssigkeit)
  • Veränderungen oder Verformung der Hornhaut (Keratokonus, irreguläre Geometrie, Narben, Dystrophieen, Entzündungen, Kontaktlinsen, Elektrolyt-/Wasserhaushalt …)
  • Veränderungen an der Augenlinse (Alterssichtigkeit, grauer Star, Luxation …)
  • Glaskörpertrübungen
  • Veränderungen am Augenhintergrund (z.b. Makulaödem)
  • verschiedene Augenerkrankungen (z.b. AMD, Glaukom …)
  • ein zu geringes Makulapigmentvolumen
  • Pupillenfunktionsstörungen
  • verdecktes oder manifestes Schielen
  • Einschränkung der Motilität (Augenbeweglichkeit)
  • Akkommodations- und Vergenzstörungen
  • Nahstress für die Augen durch exzessives Sehen in der Nähe (Bildschirmarbeit, I-Phone, Tablet, Homeoffice)
  • Umwelteinflüsse, Klima, trockene Luft, LED-Licht
  • Hormonelle Faktoren, Schwangerschaft, Stillzeit
  • psychische Faktoren oder Ungleichgewicht im vegetativen Nervensysten (Sympathikus/Parasympathikus) durch Stress, Burnout, Depression usw.
  • Schlafstörungen, Schlafmangel, Schichtarbeit
  • Postoperative Folgen einer Augen-OP (z.b. Nachstar, Verkippung der Intraokularlinse, Vitrektomie, Lasik … )
  • hohes Lebensalter
  • Probleme mit dem Kiefergelenk / Zahnspangen usw.
  • Haltungsprobleme

Wie ist die Abgrenzung der Optometrie zur Augenheilkunde?

Auch bei einem optometrischen Screening werden die Augen wie in der Augenheilkunde mit Hilfe verschiedener Verfahren auf optische, pathologische oder altersbedingte Ursachen einer Sehverschlechterung hin vermessen. Dies geschieht jedoch i.d.R. im Rahmen eines erweiterten Sehtests (z.B. für eine neue Brille) an bisher unauffälligen und gesunden Augen! Optometrie ist kein Ersatz für den Augenarzt, sondern eine sinnvolle Ergänzung.
In der Optometrie wird auch nur ein Verdacht geäußert, d.h. es werden keine Diagnosen oder Ausschlussdiagnosen gestellt und auch keine Heilkunde betrieben (Pathologien behandelt bzw. therapiert).
Als Gesundheitsdienstleister rund um die Augen verweisen Optometristen bei Auffälligkeiten zur Diagnose immer an den Spezialisten (Hausarzt, Neurologe, Augenarzt, Heilpraktiker …).

Unsere optometrischen Dienstleistungen auf einen Blick:

Screening

Screenen bedeutet „sieben“ bzw. „aussieben“. Unser optometrisches Screening ist damit ein Siebtest um Auffälligkeiten im ganzheitlichen Sehen herauszufiltern. Hier kommen je nach ausgewähltem Screening Messungen aus folgenden Bereichen zum Einsatz: Augenfunktionsteste, Tränenfilm, vorderer- und hinterer Augenabschnitt, Gesichtsfeld sowie weitere Messungen je nach Anamnese.

Myopie-Management

Eine höhere Myopie (auch Kurzsichtigkeit genannt) kann das Risiko für schwerwiegende Augenerkrankungen aufgrund des längeren Augapfels deutlich erhöhen. Deshalb ist es wichtig, Kurzsichtigkeit bereits im Kindesalter zu stoppen. Dabei spielt die Messung der Augenlänge eine wichtige Rolle.

Dry-Eye Management

Trockene Augen sind heute schon fast ein Volksleiden. Erfahren Sie hier mehr über das Thema trockene Augen und Möglichkeiten zur Verbesserung des Tränenfilms

Visualoptometrie

In der Visualoptometrie geht es v.a. um funktionelle (nicht pathologische) Störungen im visuellen System. Diese können sich äußern v.a. durch unkomfortables Sehen trotz neuer Brille, müde gestresste oder gereizte Augen, Konzentrationsprobleme beim Lesen usw.

Sehteste

Sehtest ist nicht gleich Sehtest. Bei uns können Sie unter einer Vielzahl an verschiedenen Sehtesten wählen, vom kostenlosen Computer-Sehtest über den traditionellen augenoptischen Sehtest bis hin zu unserem großen Premium-Sehtest mit einem optometrischen Screening.

Sehstress-Management

Langes Arbeiten an Bildschirm-Monitoren ist für unser visuelles System purer Stress. Die stundenlange Ausrichtung der Sehachsen auf die Nähe in Verbindung mit der Aussendung von kurzwelligem blauen Licht durch die LED-Displays sorgt für gereizte, trockene und müde Augen sowie für Konzentrationsschwierigkeiten.

Wird Optometrie von den Krankenkassen übernommen?

Optometrische Dienstleistungen werden in Deutschland leider noch nicht von den gesetzlichen Krankenkassen übernommen (Privatkassen auf Anfrage).
Bitte bedenken Sie aber, dass Sie durch unseren United Optics Preisvorteil u.U. auch mit einem optometrischen Sehtest weniger bezahlen, als anderswo mit einem einfachen augenoptischen Sehtest, dafür aber ein Plus an Leistungen erhalten!
Im Gegensatz zu augenoptischen Sehtesten werden optometrische Dienstleistungen nicht in den Preis einer Brille mit einkalkuliert.

Ab welchem Alter bieten wir optometrische Dienstleistungen an?

Unsere Optometrieabteilung ist hauptsächlich auf Jugendliche (ab 13 Jahren) und Erwachsene ausgelegt. Für jüngere Kinder empfehlen wir die eigens dafür spezialisierten Kinderoptometristen, welche mit entsprechendem Equipment auch die Augen unserer Jüngsten vermessen können. Diese finden Sie z.B. auf Webseite der WVAO (kindundsehen.de):

Achtung: wichtige Hinweise

Optometrisches Screening ist eine sinnvolle Ergänzung zur augenärztlichen Vorsorge, jedoch kein Ersatz dafür!
Unauffällige Screeningergebnisse können einen krankhaften Befund nicht gänzlich ausschließen!
In der Optometrie werden keine Diagnosen gestellt, sondern es wird lediglich ein Verdacht geäußert, der immer erst durch einen Arzt bestätigt werden muss.
Bitte verweigern Sie daher auch niemals eine ärztliche Untersuchung mit dem Argument, dass diese bereits bei uns gemacht wurde! (z.B. Augeninnendruck- oder Gesichtsfeldmessung, OCT usw.)

Das könnte Sie auch interessieren:

Augenschutz

Medizinische Lichtschutzbrillen schützen die Augen vor UV-Strahlen und in hohem Maße auch vor dem schädlichen Anteil des blauen Lichts. Zudem können sie das Kontrastsehen und die Blendungsempfindlichkeit verbessern!

Unsere Spezialisten

Unser qualifiziertes Team, besteht aus Optometrist Stefan Ott, Augenoptikermeisterin Andrea Büchner-Ott und unserem langjährigen Mitarbeiterstamm. Damit sind wir Ihre Adresse für moderne Augenoptik und Optometrie in Langenselbold!

Wissenswert

Erfahren Sie hier alles wissenswerte über aktuelle Top-Themen wie z.B. Nahstress & Digitales Sehen, Augenerkrankungen und Sehfehler. Als Mitglied der wissenschaftlichen Vereinigung für Augenoptik und Optometrie sind wir immer auf dem neuesten Stand.

IMPRESSUM DATENSCHUTZ