Optometrie

Optometrie (griechisch: Auge vermessen) ist ein Beruf, welcher sich in die Lücke zwischen der klassischen Augenoptik und der Augenheilkunde einordnet und von speziell geschulten Optometristen durchgeführt wird.
Optometristen sind Gesundheitsdienstleister, die höher qualifiziert sind als ein Augenoptikermeister, denn sie haben nach ihrer Meister-Ausbildung eine weitere Fortbildung absolviert, die in Richtung Augenheilkunde orientiert ist.
Optometristen können wie auch der Augenarzt die Augen mit Hilfe verschiedener Verfahren auf optische, pathologische oder altersbedingte Ursachen einer Sehverschlechterung hin untersuchen und bei einem entsprechenden Verdacht zur Diagnose und Thepapie an den entsprechenden Speziallisten (Augenarzt, Hausarzt, Neurologe, Heilpraktiker usw.) verweisen.

Optometrisches Screening mit dem OCT (optische Kohärenz-Tomographie)

Optometrie stellt also eine sinnvolle Ergänzung zur Augenoptik und zugleich eine Entlastung der Augenheilkunde dar, denn sie kann v.a. in Zeiten knapp gewordener Facharzttermine dazu beitragen eine Augenerkrankung wesentlich früher zu erkennen um sie dann einer entsprechenden Behandlung zuzuführen, als bei einem rein augenoptischen Sehtest!

Welche Faktoren können das Sehen beeinflussen?

Die nachfolgend aufgelisteten Faktoren können alle unser Sehen beeinflussen. Daher ist schon ersichtlich, dass oftmals ein einfacher augenoptischer Sehtest nicht immer ausreicht und ein optometrischer Sehtest sinnvoller ist:

    • Systemische Erkrankungen wie Diabetes, Bluthochdruck, Schilddrüsenerkrankungen, MS, Rheuma, Autoimmunerkrankungen, Erkrankungen des Immunsystems, Darmerkrankungen
    • Nebenwirkungen von Medikamenten
    • Augentropfen, Salben, Gels
    • trockenes Auge (instabiler Tränenfilm, wenig Tränenflüssigkeit)
    • Veränderungen oder Verformung der Hornhaut (Keratokonus, irreguläre Geometrie, Narben, Dystrophieen, Entzündungen, Kontaktlinsen, Elektrolyt-/Wasserhaushalt …)
    • Veränderungen an der Augenlinse (Alterssichtigkeit, grauer Star, Luxation …)
    • Glaskörpertrübungen
    • Veränderungen am Augenhintergrund (z.b. Makulaödem)
    • verschiedene Augenerkrankungen (z.b. AMD, Glaukom …)
    • ein zu geringes Makulapigmentvolumen
    • Pupillenfunktionsstörungen
    • verdecktes oder manifestes Schielen
    • Einschränkung der Motilität (Augenbeweglichkeit)
    • Akkommodations- und Vergenzstörungen
    • Nahstress für die Augen durch exzessives Sehen in der Nähe (Bildschirmarbeit, I-Phone, Tablet, Homeoffice)
    • Umwelteinflüsse, Klima, trockene Luft, LED-Licht
    • Hormonelle Faktoren, Schwangerschaft, Stillzeit
    • psychische Faktoren oder Ungleichgewicht im vegetativen Nervensysten (Sympathikus/Parasympathikus) durch Stress, Burnout, Depression usw.
    • Schlafstörungen, Schlafmangel, Schichtarbeit
    • Postoperative Folgen einer Augen-OP (z.b. Nachstar, Verkippung der Intraokularlinse, Vitrektomie, Lasik … )
    • hohes Lebensalter
    • Probleme mit dem Kiefergelenk / Zahnspangen usw.
    • Probleme mit der Körperhaltung

Was bedeutet Funktionaloptometrie?

Etwas abzugrenzen von der allgemeinen Optometrie muss man die Funktionaloptometrie. Ein Funktionaloptometrist ist nicht gleich ein Optometrist und ein Optometrist nicht unbedingt auch ein Funktionaloptometrist.
Während man sich in der allgemeinen Optometrie v.a. auf das Screening der Augengesundheit bzw. auf das Erkennen einer pathologischer Veränderung konzentriert, kümmern sich Funktionaloptometristen nur um funktionelle (also nicht pathologische bedingte) Sehstörungen. Dies sind v.a. Störungen im Regelkreislauf der neuronalen Ansteuerung bzw. im Zusammenspiel der Visualfunktionen untereinander. Funktionell bedingte Sehstörungen sind nichts seltenes. Bei ca. 70% der Bevölkerung liegen funktionelle Sehstörungen vor, welche dann in ca. 10% der Fälle mehr oder weniger starke asthenopische Beschwerden (Anstrengungsbeschwerden beim Sehen, Kopfschmerzen usw.) bzw. unspezifische Sehprobleme verursachen können.

Visuelle Funktionen im Zusammenspiel


Funktionaloptometristen optimieren gestörte Sehfunktionen i.d.R. durch ein Visualtraining (Sehfunktionstraining) oder mit speziellen Brillengläsern (Prismengläser, Gläser mit Akkommodationsunterstützung usw.).
Vor einem solchen Training müssen zuvor die Augen aber immer auf pathologische Ursachen hin untersucht werden!
Wir bieten bei uns beide optometrische Fachrichtungen an (allgemeine Optometrie und Funktionaloptometrie).

Für wen ist Optometrie nicht geeignet bzw. nicht sinnvoll?

Optometrie ist in erster Linie dazu gedacht um ein Screening an bisher unauffälligen und gesunden Augen durchzuführen. In der Optometrie können und dürfen keine Pathologien (Erkrankungen) behandelt bzw. therapiert werden und sie dient auch nicht als Zweitmeinung einer bereits gestellten ärztlichen Diagnose!

Wird Optometrie von den Krankenkassen übernommen?

Optometrische Dienstleistungen werden in Deutschland leider noch nicht von den gesetzlichen Krankenkassen übernommen (Privatkassen auf Anfrage).
Bitte bedenken Sie aber, dass Sie durch unseren United Optics Preisvorteil u.U. auch mit einem optometrischen Sehtest weniger bezahlen, als anderswo mit einem einfachen augenoptischen Sehtest, dafür aber ein Plus an Leistungen erhalten!
Im Gegensatz zu augenoptischen Sehtesten werden optometrische Dienstleistungen nicht in den Preis einer Brille mit einkalkuliert.

Ab welchem Alter bieten wir Optometrie an?

Unsere Optometrie ist hauptsächlich auf Jugendliche (ab 13 Jahren) und Erwachsene ausgelegt. Für jüngere Kinder empfehlen wir die eigens dafür spezialisierten Kinderoptometristen, welche mit entsprechendem Equipment auch die Augen unserer Jüngsten vermessen können. Diese finden Sie z.B. auf Webseite der WVAO (kindundsehen.de):

Das könnte Sie auch interessieren:

Dry-Eye
Management

Trockene Augen sind heute schon fast ein Volksleiden. Erfahren Sie hier mehr über das Thema trockene Augen und Möglichkeiten zur Verbesserung des Tränenfilms

Myopie
Management

Eine höhere Myopie (auch Kurzsichtigkeit genannt) kann das Risiko für schwerwiegende Augenerkrankungen aufgrund des längeren Augapfels deutlich erhöhen. Deshalb ist es wichtig, Kurzsichtigkeit bereits im Kindesalter zu stoppen. Dabei spielt die Messung der Augenlänge eine wichtige Rolle.

Sehstress-Management

Langes Arbeiten an Bildschirm-Monitoren ist für unser visuelles System purer Stress. Die stundenlange Ausrichtung der Sehachsen auf die Nähe in Verbindung mit der Aussendung von kurzwelligem blauen Licht durch die LED-Displays sorgt für gereizte, trockene und müde Augen sowie für Konzentrationsschwierigkeiten.

Impressum, Datenschutz