Altersbedingte Makuladegeneration

Unter einer altersbedingten Makuladegeneration (AMD) versteht man eine irreversible degenerative Veränderung der Netzhaut im Alter, bei der v.a. die zentral gelegenen Sehzellen absterben. Sie ist eine der häufigsten Ursachen für Sehbehinderung in der westlichen Welt.
Im wesentlichen unterscheidet man zwischen zwei Formen der AMD:

Trockene AMD:

Die trockene AMD ist die wesentlich häufiger anzutreffende Form. Sie ist gekennzeichnet durch eine geographische Atrophie, den Verlust an Sehzellen (Photorezeptornen) und des retinalen Pigmentepithels (Grenzschicht zur Aderhaut). Sie verläuft langsamer und gilt als Vorstufe zur feuchten AMD.

Feuchte AMD:

Im Gegensatz zur trockenen AMD kommt es hier zu einer Wucherung von Blutgefäßen aus der Aderhaut in die Netzhaut hinein. Diese krankhaften neuen Gefäße (Neovaskularisationen) sind jedoch sehr brüchig, was zu Einblutungen in die Netzhaut führt. Zellschädigung, Ödembildung, Netzhautabhebung und starke Sehminderung ist dann die Folge. Der Verlauf ist wesentlich schneller als bei der trockenen Form, kann aber bei frühzeitiger Behandlung mittels Injektionen in den Glaskörper abgebremst werden.

AMD aus Sicht der Betroffenen: Links Anfangsstadium, rechts fortgeschrittenes Stadium

Die Makula – Der Mittelpunkt der Netzhaut

Die Makula beschreibt den zentralen Netzhautbereich, in dem sich mit der Netzhautgrube (Fovea) auch der Ort des schärfsten Sehens befindet. Eine Schädigung hat hier besonders fatale Folgen: Lesen, Fernsehen oder Autofahren wäre dann nicht mehr möglich! In der Makula ist die Dichte an Sehzellen besonders hoch und für deren Funktion eine regelmäßige Versorgung mit Nährstoffen notwendig. Durch den langsameren Stoffwechsel in höherem Lebensalter können sich aber die Soffwechsel-Abbauprodukte der Sehzellen in der Netzhaut anreichern und durch ernergiereiches blaues Licht in toxische Stoffe umgewandelt werden. Diese toxischen Stoffe (freie Radikale) können nachhaltig der Makula schaden. Sie werden immer wieder mit der Entstehung der altersbedingten Makuladegeneration (AMD) in Verbindung gebracht.

weißliche Ablagerungen in der Makula (Drusen) aufgrund des verlangsamten Stoffwechsels der Sehzellen im Alter
Die Schädliche Wirkung von blauem Licht:

Blaues Licht, welches die Stoffwechselabbauprodukte in der Netzhaut zu toxischen Stoffen umwandeln kann, wird v.a. vom Sonnenlicht, aber auch immer mehr von LED Lampen, Handys, Tablets oder Computer-Monitoren ausgestrahlt.
Um das blaue Licht zu dämpfen hat der menschliche Körper einen eigenen und wirkungsvollen Schutz aufgebaut, die Makulapigmente!
Diese befinden sich wie eine innere Sonnenbrille vor der Makula und schützen sie vor den schädlichen Auswirkungen des blauen Lichts.
Allerdings kann sich das Volumen der Makulapigmente bereits ab dem jungen Erwachsenenalter v.a. auf Grund falscher Ernährung verringern. Bemerkbar ist dies z.b. durch eine erhöhte Blendungsempfindlichkeit und/oder ein schlechteres Kontrast- bzw. Dämmerungssehen.

Kann man die Schutzfunktion der Makulapigmente messen?

Ja, wir benutzen mit dem MP-Eye ein neuartiges Instrument um die Schutzfunktion der Makula zu überpfüfen.

MP-eye zur subjektiven Makulapigmentmessung
Wann wird eine Überprüfung des Makulapigments hinsichtlich der AMD empfohlen?
  • in höherem Lebensalter
  • zur Früherkennung des AMD-Risikos
  • als Erfolgskontrolle bei der Einnahme von Nahrungsergänzung mit Lutein
  • wenn in der Familie eine AMD bekannt ist
  • bei Personen die viel Zeit unter Sonnenlicht verbringen
  • bei Rauchern

Welche Möglichkeiten gibt es, den Makulaschutz zu verbessern?

Zum einen kann man mit Nahrungsergänzungsmitteln versuchen das Makulapigmentvolumen wieder aufbauen, zum anderen aber auch den schädlichen Anteil des blauen Lichtes mit Blaulicht dämpfenden Brillengläsern abzuschwächen, oder falls bereits die Erkrankung ausgebrochen ist, mit medizinischen Kantenfiltern zu blockieren.

Nahrungsergänzung:

Bei einem niedrigen Makulapigmentvolumen sollte das Ziel immer der Wiederaufbau sein. So kann die Umstellung der Ernährung mit sehr viel grünem Gemüse oder die zusätzliche Nahrungsergänzung mit 10-20 mg Lutein pro Tag sinnvoll sein. Das MP-eye Gerät zur subjektiven Makulapigmentmessung dient hier als Erfolgskontrolle.

Brillengläser mit transparentem Blaulichtfilter:

Diese Gläser absorbieren 90% des blauen Lichts mit Wellenlängen bis zu 420 nm und greifen somit nicht in den Tag/Nacht-Rhythmus ein. Allerdings reicht der schädliche Anteil des blauen Lichts bis auf 470 nm und hat den höchste Peak bei etwa 435 nm. Demnach filtern sie etwa nur 1/3 des schädlichen blauen Lichts. Je nach Gegebenheit reicht dieser Schutz also nicht immer aus um die Augen genügend zu schützen. Deswegen empfehlen wir vor dem Kauf solchen Gläser immer unsere Premium-Sehanalyse oder ein Makula-Screening.

Medizinische Kantenfilter:

Hier ist der Makula-Schutz deutlich höher. Allerdings haben diese Brillengläser auch Nachteile. Die Gläser besitzen immer eine gelbliche Tönung (Gelb die Komplementärfarbe zu Blau), wodurch die Ästhetik leidet. Als Sonnenschutzbrille in Kombination mit einer 85% braunen Tönung fällt das Gelb aber so gut wie nicht auf. Des weiteren können Kantenfilter je nachdem bei welcher Wellenlänge die Kante liegt, den Schlaf/Wach-Rhythmus beeinflussen und die Teilnahme am Straßenverkehr beeinträchtigen. D.h. ab einer bestimmten Kante dürfen Sie dann mit diesen Gläsern nicht mehr Autofahren (was man bei einer fortgeschrittenen AMD allerdings auch nicht mehr tun sollte).

Kantenfilterbrille mit Seitenschutz

Die wichtigsten Messungen im Screening:

Sehleistung

Eine AMD setzt häufig bereits zu Beginn die Sehleistung (Visus) herab

Amstlergitter

Vor allem bei der feuchten Form der AMD können Bildverzerrungen enstehen, die man dann am Amstlergitter erkennen kann

Makulapigmentvolumen

Ein zu geringes Makulapigmentvolumen kann den Beginn oder den Verlauf einer AMD begünstigen

Augenhintergrund

Typische Auffälligkeiten am Augenhintergrund können u.a. weißliche Ablagerungen (Drusen) sein.

OCT

Auch am OCT lassen bich bereits frühzeitig typische Auffälligkeiten erkennen

Was kann man tun, wenn der Schaden schon sehr groß ist?

Im Augenblick gibt es noch keine Therapieform, die wirklich zufriedenstellende Ergebnisse im Sinne von Heilung aufweist. Können Texte des Alltags (Zeitung) nicht mehr gelesen werden, so empfiehlt sich die Anpassung von vergrößernden Sehhilfen, welche die Schrift auf ein ausreichendes Maß vergrößern können. (Low Vision).

Achtung: Wichtiger Hinweis!

Alle unsere Sehteste oder optometrischen Messungen sind kein Ersatz für die wichtigen Vorsorgeuntersuchungen bei einem niedergelassenen Arzt! Auch stellen unauffällige Messwerte keine Gewähr dar, um einen krankhaften Befund völlig ausschließen zu können.
Da viele Messungen nur eine Momentaufnahme sind, verweigern Sie bitte niemals eine ärztliche Untersuchung mit dem Argument, dass dies schon bei uns gemacht wurde.
Mit Hilfe des Screenings wird lediglich abgeschätzt, ob nicht vor der Anfertigung einer neuen Sehhilfe ein rascher Besuch beim Arzt anzuraten ist. Es werden keine Diagnosen oder Ausschlussdiagnosen gestellt, sondern lediglich ein Verdacht geäußert. Auch ist Screening nicht dazu geeignet, eine ärztlich diagnostizierte Erkrankung als Zweitmeinung zu bestätigen oder gar zu wiederlegen!

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Optometrie

Optometrie steht für zahlreiche Dienstleistungen rund um das ganzheitliche Sehen!
Hier wird erheblich mehr gemessen als nur die individuellen Sehstärken für eine neue Brille oder Kontaktlinsen und es gibt auch noch weitere Möglichkeiten das Sehen besser optimieren zu können als in der klassischen Augenoptik.

Augenschutz

Medizinische Lichtschutzbrillen und Nahrungsergänzung schützen die Augen vor dem schädlichen Anteil des blauen Lichts. Außerdem verbessern sie das Kontrastsehen und helfen bei Blendunsempfindlichkeit.

Low Vision

Vergrößernde Sehhilfen wie z.b. Lupen, Lupenbrillen oder Bildschirm-Lesegeräte können bei fortgeschrittener Makuladegeneration helfen, Texte des Alltags wieder besser lesen zu können.