Grauer Star (Katarakt)

Als Katarakt bezeichnet man jegliche Form von Trübung der Augenlinse, welche umgangssprachlich auch als „grauer Star“ bezeichnet wird.
Im Gegensatz zum „grünen Star“ bzw. dem Glaukom handelt es sich bei einer Katarakt aber nicht um eine Augenerkrankung im eigentlichen Sinne, sondern in den meisten Fällen eher um einen natürlichen Verschleiß der Augenlinse in höherem Lebensalter. Dennoch gibt es einige Faktoren, die eine Katarakt begünstigen können.
Ein weiterer Unterschied zum „grünen Star“ besteht darin, dass man zum einen die Syptome recht früh selbst bemerkt und zum anderen die Folgeschäden i.d.R. nicht so schwerwiegend sind.

Welche Faktoren können einen „grauen Star“ begünstigen?
  • UV-Strahlung
  • Genetik
  • Stoffwechselerkrankungen (z.b. Diabetes mellitus)
  • Medikamente (z.b. Cortison)
  • Rauchen
  • Infrarot-Strahlung
  • Trauma
  • Augen-Entzündungen (z.b. Uveitis)
Welche Symptome können auftreten?
  • erhöhte Blendungsempfindlichkeit
  • vermindertes Kontrastsehen
  • schlechteres Dämmerungssehen
  • gestörtes Farbsehen
  • Sehen wie durch einen Scheier (Nebel)
  • mehr oder weniger häufige Veränderung der Sehstärken in Richtung Minus oder Plus (je nach Art der Katarakt)
  • reduzierte Sehschärfe trotz optimaler Brillenglasstärken
  • monokulare Doppelbilder (Doppelbilder auch beim einäugigen Sehen)
Wie lässt sich ein grauer Star behandeln?

Ist der graue Star einmal fortgeschritten, so ist die einzige Möglichkeit die natürliche Augenlinse durch eine Kunstlinse (IOL) zu ersetzen. Mit jährlich über 500.000 Eingriffen ist hierzulande dies die häufigste Augen-OP überhaupt und wird i.d.R. in größeren Augenarztpraxen ambulant durchgeführt. Während früher überwiegend die Sehleistung (Visus) das Entscheidungskriterium für eine Katarakt-OP war, so steht heute mehr das subjektive Empfinden und andere Kriterien im Vordergrund. Dabei kann Ihnen unser Katarakt-Secreening bei der Entscheidung behilflich sein, da wir als Optometrist nicht nur die Sehstärken und die Sehleistung, sondern auch das Kontrast- und Dämmerungssehen oder die Blendungsempfindlichkeit u.v.m. messen.

Kann man das Sehen vor der Katarakt-Operation verbessen oder den Verlauf hemmen?

Ja, beides ist bis zu einem gewissen Grad möglich!
Bei einer Veränderung der Sehstärken durch den grauen Star lässt sich die Sehleistung durch neue Brillengläser v.a. im Anfangsstadium meist noch ganz gut verbessern.
Spezial-Brillengläser (wie z.b. das Catarakt-Comfort von Medi-Lens) sorgen zudem für einen maximalen Kontrast und Sehkomfort sowie für eine deutliche Reduktion der Blendung.
Zur Prävention kann durch die Verwendung eines optimalen Schutzfilters und Brillenfassungen mit Seitenschutz, die aggressive UV-Strahlung als ursächlichen Faktor minimiert und somit auch das Fortschreiten u.U. verlangsamt werden.

Was sind beim Katarakt-Screening die wichtigsten Messungen?

Sehleistung

Ein grauer Star kann die Sehleistung (Visus) herabsetzen.

Aberrometrie

Ein grauer Star verursacht Abbildungsfehler im Auge. Diese werden mit unserem Wellenfront-Scanner gemessen und analysiert

Sehstärken

In den meisten Fällen verändert der graue Star auch die Sehstärken. Je nachdem wo sich die Trübung befindet (ob im Linsenkern oder in der Rinde) verändern sich die Stärken entweder in Richtung Minus oder Plus.

Vorderabschnitt

Inspektion des vorderen Augenabschnitts mit dem Spaltlampen-Mikroskop v.a. der Augenlinse

Retroillumination

Bei der Durchleuchtung des Auges mit einer speziellen Beleuchtungsart wird ein Teil des Lichts an der Netzhaut reflektiert. Damit werden Trübungen der Augenlinse (erkennbar als dunkle Flecken) sichtbar gemacht.

Kontrastsehen

Bei einem normalen Sehtest wird immer nur mit 100% Kontrast gemessen (schwarz auf weiß). Grauer Star stört jedoch das Sehen mehr bei schlechteren Kontrasten. Daher messen wir hier die Kontrastempfindlichkeit

Dämmerungssehen

Eine Trübung der Augenlinse kann sich aufgrund der größeren Pupille beim Dämmerungssehen stärker auswirken als beim Sehen im Hellen. Dies überprüfen wir mit unserem neuen sensorgesteuertem Sehtestgerät mit automatischer Anpassung der Displayleuchtdichte im abgedunkeltem Raum

Blendung

Ein grauer Star kann aufgrund von Steulicht die Augen blemdungsempfindlicher machen. Daher messen wir beim Katarakt-Screening auch die Blendungsempfindlichkeit

Kammerwinkel

Grauer Star kann aufgrund der Zunahme des Linsenvolumens den Kammerwinkel verengen und zu einer Behinderung des Kammerwasserabflusses führen. Dies kann wiederum den Augeninnendruck erhöhen und zu einem Glaukom führen

Versorgung nach der Katarakt-OP

Auch nach einer Operation am grauen Star gilt es, das Auge optimal zu versorgen. So kann z.B. eine Blendungsempfindlichkeit weiter bestehen, da mit der Trübung nun auch die „innere“ Tönung verschwunden ist. Besitzen die Kunstlinsen keinen Blaulicht-Filter so sollte dieser in die neuen Brillengläser mit eingebaut werden um das Risiko einer Netzhautschädigung (z.b. AMD) zu minimieren. Die natürliche Augenlinse hatte durch ihre gelbliche Verfärbung bei grauem Star einen optimalen Blaulichtschutz, der nach der Entfernung nun nicht mehr gegeben ist!
Auch erleben wir es leider häufig, dass Augenärzte Ihren Patienten nach einer OP oftmals sagen: „Sie brauchen jetzt nur noch eine Lesebrille“. Wer einmal den Komfort einer Gleitsichtbrille gewohnt ist, möchte nur ungern jedesmal wenn er etwas lesen will eine Brille aus der Tasche holen und sie ständig auf- und wieder absetzen müssen. Erfahrungsgemäß haben die meisten Patienten auch nach einer Katarakt-OP weiterhin eine geringe korrektionsbedürftige Fehlsichtigkeit in der Ferne!

Weitere Hinweise und Tipps zum Thema:
  • nach einer Katarakt-OP kann sich die Augenlinse wieder eintrüben (Nachstar). Dies lässt sich aber durch eine kurze Laserbehandlung beim Augenarzt wieder gut entfernen
  • eine neue Brille sollte frühenstens 6 Wochen nach einer Katarakt-OP angefertigt werden, da sich bis dahin die Sehstärken immer noch verändern können
  • Grauer Star kann in seltenen Fällen auch angeboren sein. Wird grauer Star bei einem Baby nicht rechtzeitig erkannt und behandelt so kann dies zu einer irreversiblen Sehstörung führen
  • Eine Katarakt-Operation sollte nicht allzu lange „hinausgeschoben“ werden. Die Augenlinse wird dadurch immer härter und damit schwieriger und aufwändiger zu operieren. Außerdem kann sich eine andere Augenerkrankung hinter der trüben Augenlinse „verstecken“ und dann zu spät erkannt werden
  • Künstliche Multifokallinsen können störende Nebeneffekte wie z.b. Geisterbilder, Kontrastverlust, erhöhte Blendungsempfindlichkeit, Halos um Lichtquellen usw. haben. Daher empfehlen wir gute Kunstlinsen, aber nur für die Ferne (oder für die Nähe, nicht beides)!
Achtung: Optometrie ist kein Ersatz für ärztliche Vorsorgeuntersuchungen!

Alle unsere Sehteste, optometrischen Messungen oder die Telemedizin sind kein Ersatz für die wichtigen Vorsorgeuntersuchungen bei einem niedergelassenen Arzt! Auch stellen unauffällige Messwerte keine Gewähr dar, um einen krankhaften Befund völlig ausschließen zu können.
Da viele Messungen nur eine Momentaufnahme sind, verweigern Sie bitte niemals eine ärztliche Untersuchung mit dem Argument, dass dies schon bei uns gemacht wurde.
Mit Hilfe des Screenings wird lediglich abgeschätzt, ob nicht vor der Anfertigung einer neuen Sehhilfe ein rascher Besuch beim Arzt anzuraten ist. Es werden keine Diagnosen oder Ausschlussdiagnosen gestellt, sondern lediglich ein Verdacht geäußert. Auch ist Screening nicht dazu geeignet, eine ärztlich diagnostizierte Erkrankung als Zweitmeinung zu bestätigen oder gar zu wiederlegen!

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