Sehcheck-Glaukom & Risikoanalyse Gefäße+

Die Blutgefäße der Netzhaut unserer Augen sind ein Spiegel der inneren Organe. Nirgendwo anders sind sie so gut einsichtbar wie am Augenhintergrund (Fundus). Deshalb zeigt der Blick ins Innere der Augen ausgebildeten Spezialisten wie hoch das Risiko für bestimmte Augen- oder Allgemeinerkrankungen ist. Mit Hilfe der Analyseergebnisse können Sie dagegen aktiv werden und diesen vorbeugen.

Der Augenhintergrund liefert u.a. Informationen über Erkrankungsrisiken von:

  • Herzinfarkt
  • Schlaganfall
  • Diabetes
  • AMD (altersbedingte Makuladegeneration)
  • Glaukom (grüner Star)

Glaukom

Als Glaukom (grüner Star) bezeichnet man die irreversible Schädigung von Nervenfasern im Bereich des Sehnervs durch verschiedene Ursachen. Fälschlicherweise wird der grüne Star immer noch mit einem erhöhten Augeninnendruck gleichgesetzt. Ein zu hoher Augeninnendruck gilt aber lediglich als ein erhöhter Risikofaktor, an einem Glaukom zu erkanken.
Etwa 40% aller Glaukome kommen auch bei einem völlig normalen Augeninnendruck vor. Hier spricht man dann von einem Normaldruck-Glaukom. Als Ursache wird hier u.a. eine Durchblutungsstörung am Sehnerv angenommen. Ein Glaukom-Screening besteht deshalb aus viel mehr als nur der Messung des Augeninnendrucks!

Betrachtung und Vermessung des Sehnervs bei der Funduskopie (Aufnahme des Augenhintergrundes)
Weshalb ist Glaukomscreening so wichtig?

Zum einen ist das Glaukom weltweit eine der häufigsten Ursachen für Erblindung, zum anderen spürt man diese heimtückische Erkrankung erst wenn der Schaden bereits sehr groß ist! Warum das so ist hat ebenfalls zwei Gründe: Mit Außnahme vom selteneren Glaukomanfall ist diese Augenerkrankung völlig schmerzfrei und die dabei entstehenden Gesichtsfeldverluste sind schleichend und werden vom Gehirn bis zu einer gewissen Größe sehr gut unterdrückt. Den irreversiblen Sehverlust merkt man also selbst erst dann, wenn es eigentlich schon zu spät ist!

Herzinfarkt

Ein Herzinfarkt wird durch den Verschluss eines Blutgefäßes ausgelöst. Gefäßverengungen oder -veränderungen im Auge lassen Rückschlüsse auf das Risiko für den Verschluss von Gefäßen am Herzen zu.

Schlaganfall

Gefäßverengungen im Auge ermöglichen auch die Prognose über das Risiko einen Schlaganfall zu erleiden. Ein Schlaganfall ist die Folge eines Gefäßverschlusses, der zu einer Unterversorgung des Gehirns mit Sauerstoff führt.

Diabetes

Blutungen oder Gefäßveränderungen im Augenhintergrund sind Hinweise auf das Risiko oder das Vorliegen eines Diabetes auch wenn die Krankheit noch nicht festgestellt wurde.

AMD

Die altersbedingte Makuladegeneration (AMD) ist die häufigste Ursache für eine schwere Sehbehinderung ab dem 60. Lebensjahr. Die AMD kann durch Ablagerungen in der Netzhaut in verbindung mit dem schädlichen Anteil des blauen Lichts hervorgerufen werden.

Was wird bei der Risikoanalyse Gefäße+ alles gemessen und gemacht?

Augeninnendruck

Ein erhöhter Augeninnendruck entsteht durch ein Missverhältniss zwischen der Produktion von Kammerwasser und dessen Abfluss im Kammerwinkel und gilt als Risikofaktor für die Entstehung eines Glaukoms.

Kammerwinkel

Enge Kammerwinkel (z.b. bei hyperopen Augen oder grauem Star) können den Abfluss des Kammerwassers behindern und den Augeninnendruck ansteigen lassen. Mit der Scheimpflugkamera lässt sich die Größe des Kammerwinkels betrachten und vermessen.

Hornhautdicke

Die Dicke der Hornhaut hat einen Einfluss auf die Messung des Augeninnendrucks. Für genauere Ergebnisse messen wir daher bei jeder Augeninnendruckmessung die Dicke der Hornhaut mit.

Funduskopie

Mit einer hochauflösenden Funduskamera wird der Augenhindergrund mit Netzhaut, Makula und Papille (Eintrittsstelle des Sehnervs ins Auge) aufgenommen.

Anamnese

Es erfogt ein ausführliches Anamnesegespräch über die Risikofaktoren.

Telemedizin

Übermittlung der Netzhautbilder an einen Telemedizinischen Dienst zur Begutachtung durch einen Augenarzt mit anschließender Risikoanalyse.

Worin unterscheidet sich der Sehcheck-Glaukom von der Risikoanalyse Gefäße+ ?

Beim Sehcheck Glaukom sind zusätzliche Messungen enthalten wie z.b. die Gesichtsfeldmessung (Perimetrie) und/oder ein OCT (Optische Kohärenz-Tomographie):

Perimetrie

Mit der Gesichtsfeldmessung prüfen wir Stichpunktartig die Lichtempflindlichkeit Ihrer Netzhaut um Gesichtsfeldausfälle bereits zu erkennen, noch lange bevor Sie diese selbst wahrnehmen. Gesichtsfeldausfälle können bei einem Glaukom (grüner Star), aber auch bei vielen anderen (Augen-) Erkrankungen oder neurologisch bedingt entstehen. Sie sind i.d.R. nicht reversiebel!

OCT

Die optische Kohärenz-Tomographie (OCT) ist eine Schichtaufnahme der Netzhaut und des Sehnervenkopfes. Über die Software-Analyse der Ganglienzellen und der Nervenfaserschichtdicke können sich glaukomatöse Veränderungen bereits 3-5 Jahre vor den ersten Veränderungen im Gesichtsfeld zeigen. Damit ist das OCT ein wichtiges Screening-Instrument!

Für wen wird der Sehcheck-Glaukom und die Risikoanalyse Gefäße+ besonders empfohlen?
  • wer im Rahmen eines Sehtestes zum Optiker geht und schon längere Zeit nicht mehr beim Augenarzt war (mehr als 2 Jahre bzw. ab einem Alter von 65 mehr als 1 Jahr)
  • wem unser großer Premiun-Sehcheck zu aufwendig ist (der Sehcheck-Glaukom ist ein kleineres Teil-Screening)
  • ab einem Body Mass Index über 25
  • bei Bluthochdruck, erhöhten Blutfettwerten oder Diabetes (selbst oder in der Familie)
  • AMD oder Glaukom in der Familie
Was kostet die Risikoanalyse Gefäße+ bzw. der Sehcheck Glaukom?

Die Risikoanalyse Gefäße+ kostet EUR 80,- , der Sehcheck Glaukom liegt bei 139,- EUR.
Beim Sehcheck Glaukom werden beim Kauf einer Brille € 30,- verrechnet.

Achtung: wichtige Hinweise!

Alle unsere Sehteste, optometrischen Messungen oder die Telemedizin sind kein Ersatz für die wichtigen Vorsorgeuntersuchungen bei einem niedergelassenen Arzt! Auch stellen unauffällige Messwerte keine Gewähr dar, um einen krankhaften Befund völlig ausschließen zu können.
Da viele Messungen nur eine Momentaufnahme sind, verweigern Sie bitte niemals eine ärztliche Untersuchung mit dem Argument, dass dies schon bei uns gemacht wurde.
Mit Hilfe des Screenings wird lediglich abgeschätzt, ob nicht vor der Anfertigung einer neuen Sehhilfe ein rascher Besuch beim Arzt anzuraten ist. Es werden keine Diagnosen oder Ausschlussdiagnosen gestellt, sondern lediglich ein Verdacht geäußert. Auch ist Screening nicht dazu geeignet, eine ärztlich diagnostizierte Erkrankung als Zweitmeinung zu bestätigen oder gar zu wiederlegen!

auch passen zum Thema:

Sehanalyse

Unsere große Sehanalyse ist ein Sehtest für das ganzheitliche Sehen. Neben dem Messen der individuellen Sehstärken für Brillen und Kontaktlinsen ist hier je nach Anamnese von allem etwas dabei: Glaukom-Screening, AMD-Vorsorge, Tränenfilmanalyse, Überprüfung der wichtigsten Sehfunktionen, Dämmerungs- u. Kontrastsehen usw. Das komplett-Paket!

Sehcheck-Makula

Die altersbedingte Makuladegeneration ist bei uns eine der häufigsten Ursachen für Erblindung im Alter. Verantwortlich dafür sind u.a. kurzwelliges und energiereiches blaues Licht welchem wir immer mehr ausgesetzt sind, sowie der Verlust an schützenden Makulapigmenten in der Netzhaut durch einseitige Ernährung. Gegen beides kann man aber heute schon einiges tun:

Myopie-Management

Wir Menschen werden immer kurzsichtiger. Kinder und Jugendliche sind besonders stark davon betroffen. Mit der Höhe der Kurzsichtigkeit steigt das Risko, später an Augenerkrankungen wie z.b. dem Glaukom zu erkranken. Welche Möglichkeiten es heute gibt das Risiko schon früh zu minimieren erfahren Sie hier.