Das Makulapigment

In der Netzhaut unserer Augen befinden sich die Photorezeptoren (Sehzellen). Sie nehmen Lichtreize auf und wandeln diese in Nervenimpulse um, welche dann über die Ganglienzellen durch den Sehnerv bis hin zum visuellen Kortex im Gehirn zur Verarbeitung geleitet werden. Im zentralen Bereich der Netzhaut befindet sich die Makula und in der Makula wiederum die Netzhautgrube (Fovea). Hier ist die Konzentration an Photorezeptoren besonders hoch, da dort im Idealfall der Brennpunkt der einfallenden Lichtstahlen liegt. Nur in diesem kleinen Bereich der Netzhaut ist aufgrund der hohen Rezeptordichte auch 100 prozentige Sehschärfe möglich.
Aus diesem Grund hat sich unser Körper auch eine besonders gute Schutzfunktion für diesen so wichtigen Bereiches ausgedacht: das Makulapigment!
Das Makulapigment ist eine dünne ölige Schicht, welche sich vor den Sehzellen befindet und wie eine innere Sonnenbrille energiereiches blau-violettes Licht absorbiert.
Es wird aus den Carotinoiden Lutein und Zeaxanthin gebildet, die nicht selbst vom Körper hergestellt, sondern über die Nahrung aufgenommen werden müssen. Daher kann sich die Konzentration des Makulapigments v.a. bei einseitiger Ernährung im Laufe des Lebens auch verringern.

Darstellung der Natzhautgrube mit wenig Makulapigment. Es dringt zu viel blau-violettes Licht zu den Sehzellen durch
Darstellung der Netzhautgrube mit normalem Makulapigment. Blau-violettes Licht wird absorbiert und dringt weniger zu den Sehzellen durch

Welche Vorteile hat ein ausreichendes Makulapigment?

1.) Verbesserung des Kontrast- und Dämmerungssehen sowie der Blendungsempfindlichkeit:

Das Licht tritt durch die Pupille in das Auge ein, durchquert den Glaskörper sowie die transparente Netzhaut und wird an deren letzter Schicht wie an einen Hohlspiegel reflektiert. Erst nach dieser Reflexion kann das zurückgeworfene Licht von den Sehzellen aufgenommen werden. Jede Reflexion ist aber wiederum mit einer gewissen Lichtsteuung verbunden, wobei kurzwelliges (blaues) Licht stärker gestreut wird, als Licht mit größerer Wellenlänge (z.b. Rot). Das bedeutet also, je mehr blaues Licht durch die Netzhaut gelangt bzw. je weniger es durch das Makulapigment absorbiert wird, umso mehr davon wird auch reflektiert. Durch die Tatsache dass das blaue Licht nach einer Reflexion am stärksten streut, kommt es in Folge auch zu mehr Abbildungsfehlern. Dies hat v.a. bei geringeren Leuchtdichten (Dämmerungssehen) oder geringeren Leuchtdichteunterschieden mehr Auswirkung als bei guten Kontrasten. Aufgrund der Lichtstreuung wird aber auch Blendung wie etwa durch entgegenkommende Autoscheinwerfer erhöht.

Schlechtes Sehen bei Dunkelheit kann an einem zu geringem Makulapigment liegen
2.) zum Schutz der Makula:

Hochenergetisches blaues Licht steht im Verdacht eine der häufigsten Ursachen für Sehbehinderung im Alter, die AMD (altersbedingte Makuladegeneration) zu begünstigen. Durch das hohe Lebensalter sind die Stoffwechselvorgänge im Körper langsamer. Das bedeutet, dass Abbauprodukte der Sehzellen nicht mehr genügend abtransportiert werden können und in der Netzhaut bzw. im retinalen Pigmentepithel verbleiben. Diese zeigen sich dann im Fundus (Augenhintergrund) als sichtbare weiß-gelbliche Flecken, den Drusen.

makuläre Drusen

Das kurzwellige blaue Licht, welches v.a. im Sonnenlicht oder in LEDs vorkommt, ist in der Lage diese Drusen in der Netzhaut zu sogenannten toxischen freien Radikalen umzuwandeln, welche dann wiederum für die Entstehung oder den Verlauf einer AMD verantwortlich gemacht werden. Durch mehrere Studien ist belegt, dass durch die Zufuhr von Nahrungsergängungsmittel mit Lutein und Zeaxanthin das Entstehen bzw. Voranschreiten einer AMD hinausgezögert werden kann, v.a. bei rechtzeitiger Einnahme. (Studie AREDS I, AREDS II). Die beiden Carotinoide wirken zudem stark antioxidativ und schützen die Sehzellen.

Nahrungsergänzungsmittel zum Aufbau des Makulapigments
3.) zur Entspannung der Augen bei viel Bildschirmarbeit:

Beim Arbeiten oder Spielen an LED-Monitoren (PC, Handy, Tablet) werden die Augen mehr angestrengt und schneller müde wenn wenig Makulapigment vorhanden ist, als bei einem normalen Volumen. Daher empfieht sich die Überprüfung des Makulapigments auch bei allen Personen, die viel Digital unterwegs sind.

Lässt sich denn das Makulapigment messen?

Ja, es gibt hierfür zwei Methoden. Mit der einen kann man die Makulapigmentdichte und mit der anderen das Makulapigmentvolumen messen. Bei der Messung der Makulapigmentdichte wird allerdings nur eine sehr kleine Stelle in der Makula gemessen, was jedoch weniger über die gesamte Verteilung des Makulapigments in der Makula aussagt. Daher verwenden wir bei uns das neuere Verfahren mit der Makulapigmentvolumenmessung.

Gerät zur Messung des Makulapigmentvolumens
Wem enpfehlen wir besonders die Messung das Makulapigments?
  • Sportler
  • Autofahrer, die viel bei Nacht unterwegs sind
  • wer viel vor LED-Monitoren sitzt (PC, Tablet, Handy)
  • Menschen die viel Zeit im Freien verbringen (bei hohe Sonnenlichtexposition)
  • in mittlerem und höherem Lebensalter
  • Menschen mit erhöhtem AMD-Risiko (Genetik, Raucher)
  • bei hoher Blendungsempfindlichkeit
  • bei schlechtem Dämmerungssehen
Was kostet die Messung des Makulapigments?

Die Messung des Makulapigmentvolumens kostet als Einzelmessung EUR 20,00.
Sie ist auch in unseren optometrischen Sehtesten (ab Komfort) enthalten.
Hinweis: diese Messung dient hauptsächlich der Prophylaxe. Sie ist nicht mehr bei bereits fortgeschrittener AMD möglich!

ACHTUNG! wichtiger Hinweis:

Alle unsere Sehteste und optometrischen Messungen sind kein Ersatz für die wichtigen Vorsorgeuntersuchungen bei einem niedergelassenen Arzt! Auch stellen unauffällige Messwerte keine Gewähr dar, um einen krankhaften Befund völlig ausschließen zu können. Da viele Messungen nur eine Momentaufnahme sind, verweigern Sie bitte niemals eine ärztliche Untersuchung mit dem Argument, dass dies schon bei uns gemacht wurde.
Mit Hilfe des Screenings wird lediglich abgeschätzt, ob nicht vor der Anfertigung einer neuen Sehhilfe ein rascher Besuch beim Arzt anzuraten ist. Es werden keine Diagnosen oder Ausschlussdiagnosen gestellt, sondern lediglich ein Verdacht geäußert. Auch ist Screening nicht dazu geeignet, eine ärztlich diagnostizierte Erkrankung als Zweitmeinung zu bestätigen oder gar zu widerlegen!

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AMD

Als AMD bezeichnet man die altersbedingte Makuladegeneration, eine der häufigsten Ursachen für Sehbehinderung in der westlichen Welt. Sie betrifft v.a. den zentralen Bereich der Netzhaut, welcher auch Ort des schärfsten Sehens ist. Ein zu geringes Makulapigment im Alter gilt als Risikofaktor.

Augenschutz

Nicht nur die Nahrunsergänzung mit Lutein, auch medizinische Lichtschutzbrillen schützen die Augen vor dem schädlichen Anteil des blauen Lichts und sie verbessern das Kontrastsehen und helfen bei Blendunsempfindlichkeit.

Optometrie

Optometrie steht für zahlreiche Dienstleistungen rund um das ganzheitliche Sehen!
Hier wird erheblich mehr gemessen als nur die individuellen Sehstärken für eine neue Brille oder Kontaktlinsen und es gibt auch noch weitere Möglichkeiten das Sehen besser optimieren zu können als in der klassischen Augenoptik.

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