Augenschutz

Über 80% der Wahrnehmung läuft über das Sehen mit unseren Augen ab. Ein Grund dafür, dass wir diese beiden kleinen Organe besonders gut schützen sollten, denn es lauern so einige z.T. unsichtbare Gefahren auf sie:

UV-Schutz:

UV-Strahlung kann zu Schädigungen der Haut und der Augen führen und langfristig das Sehvermögen beeinträchtigen. Egal ob die Sonne scheint oder nicht, sogar im Schatten gelangt noch bis zu 50% UV zu uns durch.
Kurzwelliges UV-C wird von der Atmosphäre vollständig absorbiert. Dagegen gelangt UV-A und UV-B an oder in das Auge.
UV-B kann zu Sonnenbrand der Lidhaut, zu Hornhautentzündung (Keratitis) mit Epithelschäden und zu irreversiblen Veränderungen der Bindehaut wie z.B. dem Flügelfell führen. Normale Sonnenbrillen können u.U. diesen Effekt sogar noch verstärken, wenn bei seitlichem Lichteinfall das Sonnenlicht an der Rückfläche der Gläser reflektiert wird.
UV-A dringt tiefer in das Auge ein als UV-B. Es wird durch die Augenlinse absorbiert und kann daher grauen Star (Katarakt) auslösen. Bei Kindern gelangt ein Anteil sogar bis zur Netzhaut durch, weshalb hier Brillen mit gutem UV-Schutz besonders wichtig sind!
Neuartiger UV-400 Schutz (auch bei klaren Brillengläsern) reicht sogar über den Grenzbereich von 380nm bis in den kurzwelligen Bereich des sichtbaren Lichts hinein, da dieser immer noch einen schädigenden Anteil enthalten kann.

Makula-Schutz:

Sichtbares blaues Licht hat wegen der unmittelbaren Nähe zur UVA-Strahlung im Spektrum ebenfalls eine schädigende Wirkung auf unsere Augen. Es steht sogar im Verdacht, die altersbedingte Makuladegeneration (AMD) zu fördern. Dies gilt v.a. dann, wenn das Volumen an schützenden Makulapigmenten im Laufe des Lebens abgenommen und sich Ablagerungen von Stoffwechsel-Abbauprodukten in der Netzhaut angereichert haben. Mehr dazu erfahren Sie hier:

Blaues Licht kommt ebenso wie die UV-Strahlung v.a. im Sonnenlicht vor. Seit dem Ersatz der Glühbirne hin zu energiesparenden LED-Lampen ist es aber vermehrt auch in unseren Innenräumen zu finden. Diese emittieren wie auch LED Monitore von Handys, Tablets, Computer oder TV-Geräte einen hohen Anteil an blauem Licht.

Wie schützt man die Augen am besten vor der schädlichen Wirkung des blauen Lichts?

Derzeit werden hauptsächlich zwei Ansätze diskutiert. Der Erste zielt darauf ab, dem Auge möglichst viel des schädlichen blauen Lichts mit Blaulichtdämpfenden Brillengläsern oder Kantenfiltern fernzuhalten. Dies ist jedoch gar nicht so einfach, da wir einen Teil des blauen Lichtes auch für unseren Tag/Nacht-Rhythmus benötigen. Wählt man den Filter also zu stark, sind wir ständig müde, wählt man ihn dagegen zu schwach kann die Wirkung nicht ausreichend genug sein. Leider gibt es hier keine klare Abgerenzung, da sich die Bereiche von schädlichen und nützlichem blauen Licht überlappen und deren höchsten Wirkunsspitzen (Peaks) dicht beieinander liegen (siehe Abbildung). Hier bedarf es also einer genauen Abwägung z.b. durch unsere Sehanalyse oder dem Makula-Screening.

Als zweiten Ansatz gilt es den natürlichen Schutz der Netzhaut (Makulapigmente) wieder zu verbessern. Hierbei spielt die Makulapigmentmessung eine wichtige Rolle. Bei niedrigem Volumen sollte das Ziel immer der Wiederaufbau z.b. durch die Einnahme von Nahrungsergänzungsmitteln sein. Bei uns finden sie entsprechende Qualitätsprodukte mit ausreichender Mikronährstoffmenge im Sortiment! Ein niedriges Makulapigmentvolumen kann sich auch durch eine erhöhte Blendungsempfindlichkeit oder ein vermindertes Kontrast- und Dämmerungssehen bemerkbar machen.

Gerät zur Makulapigmentmessung

Blendschutz:

Eine erhöhte Blendungsempfindlichkeit kann durch viele Faktoren verursacht werden. Hierzu zählen z.b.:

  • Streulicht durch Katarakt (grauer Star)
  • Lichtempfindlichkeit nach Katarakt-Operation
  • instabiler Tränenfilm
  • Refraktionsfehler (unkorrekte Sehstärke)
  • Trübung der Hornhaut z.b. nach LASIK-OP
  • Quellung der Hornhaut (z.b. durch Sauerstoffmangel)
  • Kontaktlinsen (v.a. Multifokallinsen)
  • Pupillenfunktionsstörungen
  • Nahstress
  • Medikamente
  • neurologisch (stimmulierter Sympathikus)
  • bestimmte Augenerkrankungen
  • visuelle Problematik (Störung im Zusammenspiel beider Augen)
  • zu geringes Makulapigment
Wie kann man die Augen am besten vor Blendung schützen?

Als erstes gilt es herauszufinden welche Faktoren in Frage kommen und wie sich diese beheben lassen. Daher empfehlen wir bei erhöhter Blendungsempfindlichkeit immer unsere große Sehanalyse.
Auch der Schutz vor blauem Licht spielt hier eine große Rolle, denn blaues Licht streut wegen seiner kurzen Wellenlänge im Auge bzw. an getrübten Augenmedien besonders stark.

Blaulicht-Schutzbrillen schützen auch vor Blendung und verbessern das Kontrastsehen!

NEU: Schutz vor migränebedingter Lichtempfindlichkeit

Migräne ist ein neurologisches Volksleiden, von dem in Deutschland ca. 15% der Menschen betroffen sind. Sie äußert sich v.a. in immer wiederkehrenden heftigen Kopfschmerz-Attacken von pochendem Charakter. Eine häufige Begleiterscheinung der Migräne ist die Photophobie, eine erhöhte Lichtempfindlichkeit bei ca. 80-90% der Betroffenen. Für die migränebedingte Photophobie werden bestimmte Zellen in der Netzhaut und im Sehnerv (intrinsisch photosensitive Ganglienzellen) verantwortlich gemacht. Sie leiten Lichtreize vom Auge zum Gehirn, welche nicht dem Sehen an sich, sondern anderen Funktionen wir z.b. dem circadianem Rhythmus (innere Uhr) oder der Anpassung der Pupillenweite. Spezielle Filtergläser oder -brillen reduzieren den Wellenlängenbereich im Lichtspektrum, auf den Migränepatienten besonders sensibel reagieren bzw. der bei migränebedingter Photophobie als besonders unangenehm empfunden wird.

Eschenbach Acunis Komfortgläser bei migränebedingter Lichtempfindlichkeit

Schutz vor Schlafstörungen durch blaues Licht:

Blaues Licht kann auch Schlafstörungen verursachen, denn es hemmt die Ausschüttung des Schlafhormons Melatonin.
Werden die Augen also vor dem Schlafengehen zu viel blauem Licht ausgesetzt (z.B. TV, Computer, Handy), so kann dies das Einschlafen erschweren.
Unserem Tag/Nacht-Rhythmus wird hier suggeriert dass es Tag ist, mit der Folge dass wir wacher sind.
Blaulichtdämpfende Brillengläser wie sie inzwischen oft in Computerbrillen verwendet werden haben hierauf jedoch keinen Einfluss, da sie i.d.R. nur den schädlichen Anteil des blauen Lichtes dämpfen, nicht aber das blaue Licht welches für den Tag/Nacht-Rhythmus verantwortlich ist. Hier sind dann eher spezielle Kantenfilter notwendig.

Schutz vor den Folgeschäden einer hohen Kurzsichtigkeit:

Eine Kurzsichtigkeit entsteht häufig im Alter zwischen 6 und 16 Jahren. Dabei wächst das Auge in den meisten Fällen zu sehr in die Länge. Begünstigt wird dieses übermäßige Längenwachstum durch die Zunahme der Nahtätigkeit in Folge der digitalen Welt mit TV, Computern, Tablets oder Handy und mit dem immer kürzeren Aufenthalt im Freien. Mit der Zunahme der Augenlänge wächst aber auch die Gefahr für z.T. schwerwiegende Augenerkrankungen wie Glaukom, Netzhautablösung oder myopische Makuladegeneration. Schützen kann man sich davor, indem man versucht die Zunahme der Kurzsichtigkeit z.b. durch spezielle Kontaktlinsen im Entstehungsalter zu hemmen. Mehr zu dienem Thema erfahren Sie hier:

Weiterer Augenschutz und unser Sortiment im Überblick:

  • Brillengläser mit hochwertigem UV-Schutz
  • Blaulichtdämpfende Brillengläser
  • medizinische Kantenfilterbrillen
  • Sehanalyse
  • Glaukom-Screening
  • trockene Augen-Hilfe
  • Myopie-Management
  • Makulapigmentmessung
  • Nahrungsergänzung
  • Arbeits-Schutzbrillen in individueller Sehstärke
  • Sportbrillen (Augenschutz beim Sport)
  • Schutz vor migränebedingter Lichtempfindlichkeit
Wann brauchen unsere Augen besonderen Schutz?
  • in höherem Lebensalter
    geht der eigene Makulaschutz durch den Verlust an Makulapigmenten oftmals verloren und die Netzhaut wird anfälliger
  • Rauchen
    wirkt sich negativ auf den Stoffwechsel der Sehzellen aus und gilt neben der Genetik als häufigstes Risiko für die altersbedingte Makuladegeneration
  • nach Katarakt-OP
    die künstliche Linse besitzt oft einen geringeren Eigenschutz vor der schädlichen Wirkung des blauen Lichts als die trüb gewordene natürliche Augenlinse
  • häufige Sonnenlicht-Exposition
    ein sonniger Tag hat die höchste Abstrahlung an gefährlichem UV und Blaulicht
  • Blendungsempfindlichkeit & schlechtes Dämmerungssehen
    kann auf einen Verlust an schützenden Makulapigmenten hindeuten
  • funktionelle Einäugigkeit
    wer nur noch ein funktionierendes Auge besitzt hat auch ein doppelt so hohes Risiko sein Augenlicht zu verlieren
  • Sport
    Viele Sportler tragen beim Sport ihre Alltagsbrille. Die schützt aber nur unzureichend vor Verletzung, Wind, Staub, fliegende Insekten, herabhängende Äste, UV usw.
  • gefährliche Arbeiten
    Arbeits-Schutzbrillen (auch mit individueller Sehstärke) schützen vor Verletzungen der Augen beim Flexen, Sägen, Gartenarbeit oder im Umgang mit gefährlichen Stoffen
  • bei Zunahme der Kurzsichtigkeit im Kindes- und Jugendalter
    Dass Kinder immer kurzsichtiger werden liegt meist daran, dass die Augen zu sehr in die Länge wachsen. Myopie-Management kann diese Entwicklung bremsen um Spätfolgen zu reduzieren

Kantenfilterbrillen:

  • schützen nicht nur vor UV-Strahlung, sondern auch vor schädlichem blau-violettem Licht
  • können dazu beitragen, die altersbedingte Makuladegeneration (AMD) und den grauem Star zu hemmen bzw. vorzubeugen
  • schützen die Binde- und Hornhaut auch bei seitlichem Lichteinfall vor Veränderungen
  • steigern den Kontrast und damit die Sehschärfe (auch bei Sehbehinderungen)
  • reduzieren Blendung
  • sorgen für ein entspannteres und ermüdungsfreieres Sehen am Handy, Tablett, PC oder LED-TV
  • bieten optimalen Augenschutz im Alter oder nach Katarakt-OP
  • als Cover-Version (über die normale Brille) oder in individueller Sehstärke erhältlich


Gerne beraten wir Sie in unseren Geschäftsräumen über den für Sie perfekten Augenschutz.

auch passend zum Thema:

Low Vision

Erfolgt Augenschutz zu spät kann eine Sehbehinderung daraus resultieren. Dann ist das Lesen mit normaler Brille oftmals nicht mehr möglich und die Anpassung vergrößernder Sehhilfen die einzige Möglichkeit den Sehverlust etwas auszugleichen.

Makula-Screening

Als Makula bezeichnet man den zentralen Bereich der Netzhaut, welcher auch Ort des schärfsten Sehens ist. Ein nachlassendes Makulapigment verursacht Blendung und gilt als Risikofaktor für die altersbedingte Makuladegeneration.

Sportbrillen

Die meisten Augenverletzungen passieren bei gefährlichen Arbeiten oder beim Sport. Daher ist Augenschutz hier besonders wichtig, denn Staub, Wind, UV, fliegende Insekten, aufgewirbelte Steinchen, unkontrollierter Ballflug usw. können die Augen gefährden.

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