Blaulicht- und UV-Schutz

Über 80% unserer Sinneseindrücke nehmen wir über das Sehen mit unseren Augen wahr. Ein Grund dafür, dass wir unsere Augen besonders gut schützen sollten!
Die Grundvoraussetzung für das Sehen ist neben der Augengesundheit vor allem das Licht. Ohne Licht gibt es kein Sehen. Licht ist aber nicht immer gut für unsere Augen, vor allem wenn es sehr Energiereich ist.
Als besonders Energiereich gilt neben der UV-Strahlung auch das kurzwellige blau-violette Licht, das hauptsächlich vom Sonnenlicht ausgeht.
In einem geringerem Ausmaß kommt es auch im Kunstlicht wie z.B. in LED-Lampen von Auto-Scheinwerfern, Handys, Tablets, Laptops, PC-Monitore und TV-Geräten vor.
Normale Sonnenbrillen bieten keinen Schutz vor kurzwelligem blau-violettem Licht!

Die Wirkung von UV-Strahlung:

Die unsichtbare UV-Strahlung wird in UV-A, B und C nochmals unterteilt.
Während das kurzwellige UV-C von der Atmosphäre vollständig absorbiert wird, gelangt UV-A und UV-B an oder in das Auge.
UV-B kann an der Lidhaut zu Sonnenbrand, an der Hornhaut zu Keratitis (Hornhautentzündung) mit Epithelschäden und an der Bindehaut zu irreversiblen Veränderungen wie z.B. dem Flügelfell führen.
Das langwelligere UV-A, welches im Lichtspectum direkt an das kurzwellige Blaulicht grenzt dringt tiefer in das Auge ein. Es wird durch die Augenlinse absorbiert und kann dadurch grauen Star (Linsentrübung, Katarakt) auslösen. Bei Kindern gelangt ein Anteil sogar bis zur Netzhaut durch, da deren Augenlinse UV-A noch nicht vollständig absorbieren kann. Deshalb sind bei Kleinkindern Sonnenbrillen mit gutem UV-Schutz bei entsprechender Belastung besonders wichtig!

Die Wirkung von Blaulicht:

Blaues Licht ist wegen der unmittelbaren Nähe zur UV-Strahlung ebenfalls sehr Energiereich. Es steht sogar im Verdacht die altersbedingte Makuladegenerationen (AMD) zu fördern, insbesonde wenn die Netzhaut im Lauf der Jahre durch Ablagerung von Stoffwechsel-Abbauprodukten und durch Verringerung der als natürlichen Schutz dienenden Makulapigmente Lutein und Zeaxanthin anfälliger geworden ist.
Ablagerungen in der Netzhaut lassen sich z.B. mit der Funduskopie (Betrachtung des Augenhintergrundes) beobachten.
Andererseits benötigen wir aber blaues Licht, da es unseren Tag- und Nacht-Rhythmus steuert. Würden wir also blaues Licht komplett vom Auge abschirmen, so wären wir ständig müde. Man unterscheidet also zwischen schädlichem und nützlichem blauen Licht. Leider liegen deren höchsen Wirkungsspitzen (Peaks) im Lichtspektum so dicht beieinander, dass sich Anteile jeweils überlappen. Die Wahl des richtigen Filters sollte also je nach Gegebenheit genau abgewogen werden.

Schlafstörungen durch Blaulicht?

Werden die Augen vor dem Schlafengehen zu viel blauem Licht ausgesetzt (z.B. TV, Computer, Handy), so kann dies bei empflindlichen Personen Schlafstörungen verursachen. Unserem Tag/Nacht-Rhythmus wird hier suggeriert dass es Tag ist, mit der Folge dass wir wieder wacher werden.
Blaufiltergläsern wie sie inzwischen oft in Computerbrillen verwendet werden haben hierauf jedoch keinen Einfluss, da diese i.d.R. nur das schädliche kurzwellige Blaulicht dämpfen und nicht das langwelligere blaue Licht welches für den Tag/Nacht-Rhythmus verantwortlich ist. Demnach bräuchte man am Abend also eher Filtergläser die blaues Licht fast komplett blockieren.

Augenschutz gegen Blaulicht:

Derzeit werden hauptsächlich zwei Ansätze diskutiert. Der Erste zielt darauf ab, dem Auge möglichst viel des schädlichen kurzwelligen blauen Lichts fernzuhalten, ohne dabei zu viel vom nützlichen blauen Licht zu nehmen. Je nachdem ob zur Vorbeugung, oder ob bereits eine Schädigung vorliegt, empfehlen wir Brillengläser mit verschiedenen Spezialfiltern, die unterschiedlich Anteile von blauem Licht herausfiltern. Um seitlichen Lichteinfall vorzubeugen haben wir entsprechende Brillenfassungen im Sortiment.
Als zweiten Ansatz gilt es den natürlichen Schutz der Netzhaut wieder zu verbessern. Hierbei spielen Ernährung oder Nahrungsergänzung sowie andere Verhaltensregeln eine wichtige Rolle.
Gerne beraten wir Sie in unseren Geschäftsräumen über den für Sie perfekten Augenschutz.

Wann empfehlen wir den Schutz vor kurzwelligem blauen Licht?

Im Alter:
Im Alter geht der natürliche Schutz der Netzhaut verloren.
Außerdem ist der Stoffwechsel im retinalen Pigmentepithel (Grenzschicht zwischen Netz- und Aderhaut) im Alter langsamer. Verbrauchte Stoffe der Sehzellen werden nicht mehr genügend abgebaut und lagern sich in dieser Grenzschicht an. Das kurzwellige blau-violette Licht spaltet diese Abfallstoffe und es enstehen toxische freie Radikale, die zur Förderung der AMD beitragen können.

Bei Rauchern:
Auch das Rauchen kann die o.g. Stoffwechselvorgänge verringern und gilt neben der Genetik als häufigstes Risiko für die altersbezogene Makuladegeneration.

Nach Star-Operation:
Der graue Star (Katarakt) hat auch etwas Gutes, denn die getrübte Augenlinse lässt weniger blau-violettes Licht an die Netzhaut ran.
Nach einer Katarakt-OP geht dieser Schutz allerdings wieder verloren. Künstliche Linsen besitzen häufig nur Schutz gegen UV-Licht, nicht aber gegen kurzwelliges blaues Licht.

Bei häufiger Sonnenlicht-Exposition:
Sonnenlicht strahlt wesenlich mehr kurzwelliges blaues Licht ab wie Kunstlicht (u.a. auch LED-Lampen). So haben z.B. 10 Minuten Mittagspause unter sonnigem Himmel genau so viel Belastung wie 8 Stunden Arbeiten am PC. Dennoch empfehlen wir v.a. älteren Personen bei langer Arbeit am PC ebenfalls einen Blaulichtdämpfer!
Besonders hoch ist die Belastung im Hochgebirge oder am Meer.

Was tun, wenn durch eine Schädigung bereits ein erheblicher Sehverlust vorhanden ist?

Wenn bereits alle ärztlichen Therapieformen ausgeschöpft sind, kann die Anpassung vergrößerter Sehhilfen (siehe unter Low Vision) hilfreich sein.
Des weiteren sollten Maßnahmen ergriffen werden, die nach Möglichkeit ein Fortschreiten der Schädigung verlangsamen könnten (z.B. Blaulicht-Schutzbrillen, Nahrungsergänzung …)

Vergrößernde Sehhilfen (Low Vision)


Bitte beachten Sie:
Für die Diagnose einer Augenerkrankung ist immer ein Arztbesuch erforderlich!

passend zum Thema:
MYOPIE-MANAGEMENT
MANAGEMENT TROCKENES AUGE
OPTOMETRISCHES SCREENING

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